1,70 Euro sind nicht viel Geld. Im Supermarkt reicht es gerade für die günstigste Butter. Brot geht sich nicht mehr aus. 734 Millionen Menschen auf der Welt könnten sich die Butter nicht leisten. Sie gelten laut Definition der Weltbank als arm. Diese zehn Prozent der Weltbevölkerung haben also weniger als 1,90 Dollar am Tag zur Verfügung.

Auch wenn die Zahl 734 Millionen erschrecken mag, sie halbierte sich von 1990 bis 2015. Einige Länder, wie etwa Indien und Bangladesch haben extreme Fortschritte gemacht. In Indien ist die Zahl der Armen seit 2015 von 100 Millionen auf 40 Millionen Menschen gesunken.

Heute lebt ein Großteil in der Sub-Sahara-Region. Dort steigt die Zahl der Armen. Die Weltbank geht davon aus, dass bis 2030 neun von zehn Armen in dieser Region leben werden. Diesen Menschen fehlt es an Lebensnotwendigem wie Lebensmitteln, sauberem Wasser und sanitären Anlagen. Aber es mangelt auch an Zugang zu Bildung, Elektrizität und Gesundheitsversorgung. Die Vereinten Nationen haben sich deshalb in den "Sustainable Development Goals" zum Ziel gesetzt, die globale Armut bis 2030 zu eliminieren.

14 Prozent der Menschen in Österreich armutsgefährdet

Unsere Grafik zeigt, wie sich die Armut in über 180 Ländern seit 2000 entwickelt hat. Das Jahr 2020 ist eine Prognose. Grundlage der Grafik sind Zahlen von Jesus Crespo Cuaresma von der Wirtschaftsuniversität Wien. Der Ökonom ist an dem Projekt "World Poverty Clock" beteiligt. Das Online-Tool schätzt anhand von Daten der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds die Veränderung der globalen Armut. Für 2030 prognostiziert die Uhr noch rund 478 Millionen Menschen in Armut.



Zahlen von Cuaresma zufolge leben in Österreich rund 40.000 Menschen unter der von der Weltbank definierten Armutsgrenze von 1,90 Dollar. Die Armutskonferenz gibt an, dass 14,3 Prozent – 1,238 Millionen Menschen – in Österreich armutsgefährdet sind. Das heißt, sie haben ein Einkommen von 1259 Euro monatlich.

Während es Hunderte Millionen Menschen gibt, denen es am Allernötigsten fehlt, nimmt der Reichtum der Welt weiter zu. Doch die Vermögen sind ungleich verteilt. Die reichsten zehn Prozent besitzen 82 Prozent des globalen Reichtums. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer, die Kluft zwischen globalem Norden und Süden wächst. 40 Prozent aller Dollar-Millionäre wohnen in den USA. 2018 waren es 18,6 Millionen. Einer davon ist US-Präsident Donald Trump. Auf Platz Zwei liegt China mit 10 Prozent, Japan belegt Platz Drei. 313.000 Millionäre leben laut "Global Wealth Report" in Österreich.