Die meisten haben ihn in all der Corona-Aufregung wohl schon vergessen, aber er erfreut sich nach wie vor bester Gesundheit und sorgt im Profi-Fußball wieder für Ärger. Die Rede ist vom Video-Beweis, kurz VAR, der seit seiner Zulassung nun auch bei den jüngsten Geisterspielen sein Unwesen treibt. Die Insuffizienz dieses technischen Hilfsmittels zu spüren bekommen haben am Donnerstag wieder einmal einige Premier-League-Klubs, mit der Konsequenz, dass die Liga zwar die "falschen Entscheidungen" einräumte und bedauerte - aber mehr dann schon wieder nicht.

Auffällig ist, dass diese "Pfiffe" allesamt nach umstrittenen Fouls im 16er fielen, mit der Folge, dass die mitunter spielentscheidenden Strafstöße nicht oder gar an das falsche Team vergeben wurden. So entschied der VAR nach einem Foul an Aston-Villa-Verteidiger Ezri Konsa nicht etwa auf Abstoß, sondern auf Elfer für Manchester-United-Mann Bruno Fernandes (der diesen prompt verwandelte). Und während bei Tottenham - Bournemouth die Gastgeber um einen Strafstoß umfielen, wurde dieser Southampton (bei Everton) vom VAR irrtümlicherweise auf dem Serviertablett präsentiert (wenn auch nicht verwertet). Die involvierten Trainer toben - und das natürlich zu Recht.

Aber was tut die Liga? Die Uefa? Die Fifa? Sie zucken mit den Schultern, "bedauern" und tun so, als ob es sich bei den (auch in anderen Ligen) vorkommenden Irrungen des VAR um so etwas wie höhere Gewalt handle. Nur nochmals zur Erinnerung: Der VAR ist kein Naturphänomen, sondern von Menschen erdacht, gebaut und gewollt. Wenn’s nicht (immer) funktioniert, sollte man es vielleicht einfach sein lassen.