Es ist mittlerweile ein gewohntes Bild: Anstatt von Ergebnissen und Tabellenständen liest man nun mehr von Verschiebungen und Absagen in den diversen Sportligen. Ganz besonders hart hat die Coronavirus-Pandemie den Eishockey-Sport getroffen, der aufgrund der grenzüberschreitenden Liga - in normalen Zeiten ein Segen, nunmehr den Fluch - mit aller Härte zu spüren bekommt. Nachdem am Wochenende beinahe alle Matches verschoben werden mussten, konnten auch die Dienstagsspiele Bratislava gegen VSV und Südtirol gegen Salzburg "wegen medizinischer Vorsichtsmaßnahmen" nicht stattfinden, was bedeutet, dass manche Mannschaften aktuell bei neun, andere bei fünf Partien halten. Ein seriöser Blick auf die Kräfteverhältnisse ist somit nicht mehr möglich, doch es lässt sich erahnen, dass diejenigen mit dem größten Kapital, den dichtesten Kadern am Ende vorne sein werden.

Das ist freilich auch in anderen Sportligen nicht viel anders. Diejenigen, die es sich leisten können, sowohl personelle als auch finanzielle Ausfälle mangels Einnahmen aus den Kartenverkäufen etc. am besten zu kompensieren, werden besser durch die Krise kommen. Leiden werden stets die anderen. Der Fonds für Sportligen mag ein bisschen Abhilfe verschaffen. Mehr gefordert werden aber die Ligen selbst sein, das Ungleichgewicht nicht zu verschärfen. In Zeiten, in denen jedem (verständlicherweise) das eigene Trikot am nächsten ist, wird dies eine Herkulesaufgabe sein, wohl schwieriger, als die versäumten Spiele irgendwie doch noch über die Runden zu bringen. Allerdings wird es auch notwendig sein, um den Sport nicht bei einem - alles andere als ausgeschlossenen - zweiten Lockdown in Österreich komplett zum Erliegen zu bringen. Verzerrt ist der Wettbewerb ohnehin schon.