David Alaba und der FC Bayern - das wird endgültig nichts mehr. Das ist spätestens seit der 2:3-Pleite des deutschen Rekordmeisters gegen Mönchengladbach samt anschließender persönlichen Schelte von Erfolgstrainer Hansi Flick für seinen Abwehrchef evident. Auch wenn die Kritik des Münchner Erfolgscoachs im Vergleich zu manchen Ausbrüchen an der Säbener Straße ("Spieler waren schwach wie eine Flasche leer!/Giovanni Trapattoni) ausgesprochen harmlos klingt ("Beim ersten Gegentor geht David ein bisschen zu früh raus und verlässt die Linie. Da muss er eher absinken und die Tiefe sichern"), so sind diese Worte doch nichts anderes als ein Fallbeil.

Denn Flick war zumindest bisher für seine Kumpelhaftigkeit und seinen bedingungslosen Zusammenhalt bekannt - keinesfalls hat er Einzelne an den Pranger gestellt. Auch wenn die Kritik berechtigt sein mag, zumal Alaba aktuell auch eine ganz schwache Zweikampfbilanz aufweist - sie ist ganz eindeutig Beweis dafür, dass nach der wirtschaftlichen Entfremdung nunmehr die sportliche einsetzt.

Der Wiener, der den Bayern seine ganze Karriere verdankt, wird bald ein Ex-Bayer sein (und wohl bei Real landen). Was Alaba gewiss langsam dämmert ist, dass die auch von seiner (Management-)Seite eifrig betriebene Schlammschlacht gegen einen Klub, der "Mia san mia" als offiziellen Slogan führt, nicht zu gewinnen war. An den Bayern haben sich schon ganz andere Kaliber die Zähne ausgebissen als der 29-jährige Wiener.

Der nun äußerst vorsichtig sein muss, damit sich sein ramponiertes Image ("geldgieriger Piranha" wurde ja sein Berater betitelt) nicht auch aufs Sportliche überträgt. Denn schon tönen Rufe aus Madrid, Alaba wäre dort gar nicht willkommen. In München ist er es auch nicht mehr - und das ist nach einem guten Jahrzehnt Spitzenfußball auch eine gewisse Kunst.