Eigentlich war Horst Hrubesch bereits in die zweite Reihe im Fußball gerückt, nun muss der Mann für alle Fälle im deutschen Fußball wieder in die erste vortreten. Weil die Ergebnisse des HSV, wo er seit heuer das Nachwuchsleistungszentrum leitet, zuletzt schlecht waren, die Verunsicherung in jener Mannschaft, die nach der Hinrunde noch als mehr-oder-weniger-sicherer Aufsteiger in die erste Bundesliga gehandelt wurde, hingegen immer größer wurde, löst das Trainerurgestein nun Daniel Thioune auf der Bank der Hamburger ab - und soll ihnen als Feuerwehrmann helfen, nach drei Jahren Zweitklassigkeit doch noch den Aufstieg ins Oberhaus zu schaffen.

Hrubesch braucht man weder über Fußball, noch über den HSV viel zu erzählen. Also wird er auch um die Probleme wissen, die den Verein schon seit längerem umtreiben. Denn diese sind nicht neu, genau genommen reichen sie in die letzten Jahre der Erstklassigkeit zurück. Einige Zeit konnte man sich trotz finanzieller Turbulenzen und wenig Konstanz durchwurschteln, mit der selbstauferlegten Pflicht, so rasch wie möglich wieder nach oben zu kommen, wurden die Schwierigkeiten nicht kleiner - was dazu führte, dass dem HSV zuletzt ausgerechnet auf der Zielgerade regelmäßig die Luft ausging.

Selbst wenn es Hrubesch nun gelingt, mit frischem Wind, Erfolgen in den verbleibenden drei Spielen (und Patzern der Konkurrenz) doch noch das Ruder herumzureißen: Will der HSV irgendwann wieder zu alten Erfolgen zurückkehren, wird sich im Volkspark mehr ändern müssen als ständig die Personalia. Ein Feuerwehrmann alleine kann vielleicht einen Brand, aber nicht immer wiederkehrende Glutnester löschen.