Auch Erfolgsgeschichten können bisweilen unglückliche Wendungen nehmen. Das beste Anschauungsbeispiel bietet derzeit der deutsche Fußball: Nach dem Pokalfinale, das Borussia Dortmund am Donnerstagabend gegen RB Leipzig unter anderem dank eines überragenden Erling Haaland mit 4:1 gewann, wird sich jener Trainer, dem in den vergangenen Jahren die Herzen zugeflogen sind, Julian Nagelsmann, als Unvollendeter gen München verabschieden; jener dagegen, der seine Mannschaft aus einer veritablen Krise heraus-, zu einem Titel und (aktuell) auf einen Champions-League-Platz geführt hat, von seinem Posten in eine ungewisse Zukunft. Denn Edin Terzic war ursprünglich nur als Notnagel und Sesselwärmer für den einstigen Salzburg-Erfolgscoach Marco Rose vorgesehen.

Nun hat der Deutsch-Kroate die Erfolge - und Rose mit seinem aktuellen Klub Borussia Mönchengladbach nur den siebenten Platz inne. Als Terzic die damals angeschlagene und verunsicherten Dortmunder von seinem Chef Lucien Favre übernahm, konnte schließlich keiner diese Entwicklung vorhersehen. Haben die BVB-Verantwortlichen also vorschnell gehandelt? Hätten sie dem 38-Jährigen lieber die Chance geben sollen, sich länger zu beweisen, ehe sie Rose verpflichteten und Terzic nur als Interimslösung präsentierten, die nach getaner Arbeit tunlichst wieder in die zweite Reihe zurückkehren sollte?

Die Kritik in Deutschland ist laut, nur Terzic selbst will von Unfairness nichts wissen. "Ich bin glücklich in der Position, in der ich jetzt bin, und ich war glücklich in der, in der ich vorher war", sagt er. Schließlich kann auch diese Geschichte noch eine Wendung nehmen. Denn nun stehen ihm wohl noch mehr Türen offen als bisher.