Die gute Nachricht ist: Wenn sich noch eine einzige Person impfen lässt, ist die Pandemie endlich vorbei. Weil das soll schließlich mittlerweile eine der Ungeimpften sein. Okay, sie wäre bloß bei mir daheim zu Ende, doch immerhin. Dort ist sie zwar bis heute noch nicht einmal ausgebrochen, aber sie könnte ja symptomlos verlaufen sein. Und die schlechte Nachricht? Wenn sich noch eine einzige Person impfen lässt, ist die Pandemie endlich vorbei. Diese Person lässt sich nämlich nicht impfen. Unter keinen Umständen.

Nicht, weil sie Lockdowns so toll findet, sondern weil sie eh nie in die Disco geht, wo sie bald nur noch geimpft oder genesen rein dürfte. Und im Burgenland ist sie auch nicht gemeldet. (Abgesehen davon, dass sie überhaupt keinen Führerschein besitzt und mit dem Golf GTI, dem Mini Cabrio oder dem "E-Fahrzeug", sofern das kein selbstfahrender Tesla ist oder ein E-Scooter, folglich nicht viel anfangen könnte, falls sie bei der Lotterie einen dieser drei Hauptpreise gewinnen würde, die ausgespielt werden, wenn sich noch 10.000 Burgenländer erstechen lassen, Tschuldigung: erststechen lassen.) Außerdem will sie sich nicht "irgendwas" reinjagen lassen.

Jedenfalls ist die Impfquote in meinem Haushalt sogar niedriger als im Restvon Österreich, wo knapp 60 Prozent der Bevölkerung einen vollständigen Impfschutz haben. In meiner Wohnung sind’s grad einmal 50. So wird das nix mit der Herdenimmunität. Hm. Ich könnte die Polizei rufen, dass die zumindest die FFP2-Maskenpflicht für Ungeimpfte bei mir zu Hause "stichprobenartig" überprüft. Oder steht in der neuen Verordnung etwa nicht: "Beim Betreten öffentlicher Orte in geschlossenen Räumen ist eine Maske zu tragen", und lediglich die zwei Gs sind davon ausgenommen? Die Geimpften und die Genesenen? Ach so: "Beim Betreten öffentlicher Orte." Nicht der eigenen Küche.

Andererseits tut meine Schwester (richtig, es handelt sich um einen Zwei-Personen-Haushalt) wahrscheinlich mehr für ihre Gesundheit als ich für meine. Gesundheit? Brauch ich nicht. Gibt sowieso nur noch diese eine Krankheit, und gegen die bin ich geimpft. Moment: Und warum können wir den Corona-Patienten dann nicht sämtliche Intensivbetten großzügig überlassen? Na ja, vielleicht wegen der Autounfälle. (Da fällt mir ein Burgenländerwitz ein. Was macht ein Burgenländer, um die Spitäler zu entlasten? Antwort: Er verlost Autos.) Meine Schwester also: Sie ernährt sich ausgewogen, treibt Sport. Letzteres halt im Sitzen. Diskret unterm Tisch. Bzw. dieser "Ellipsentrainer", auf dem sie mit den Füßen herumtritt, befindet sich unterm Tisch. (Sie trainiert ihre Ellipse? Von dem Körperteil hab ich noch nie was gehört.) Und sie passt wenigstens nicht ins Profil. Denn ich hab wo gelesen, der typische Corona-Intensivpatient wäre blad und würde mindestens an einer Vorstufe von Diabetes und Bluthochdruck leiden. Blad? So wie "bauchig"? Verdammt. Wenn ich mein Jaukerl nicht intus hätte, müsste ich mir jetzt wohl ernsthaft Sorgen um mich machen.

He, ich weiß, wie ich die Impfmoral steigere. Liebe Impfverweigerer! Solange ihr euch nicht stechen lasst, werde ich bloß noch Süßkram und Chips futtern, auf der Couch herumlungern, und irgendwann werde ich einen Herzinfarkt kriegen und ganz unsolidarisch einem von euch das Bett wegnehmen, ätsch. Wie gefällt euch das?