Facebook hat es wieder einmal geschafft - das Unternehmen erhält zum bereits dritten Mal den Big Brother Award. Nach entsprechenden "Auszeichnungen" 2017 und 2018 wurde der Social Media-Konzern heuer in der Kategorie "Kommunikation und Marketing" mit dem Negativ-Datenschutz-Award bedacht, weil das Unternehmen ein Forschungsprojekt ausgesperrt habe, das sich der Transparenz von politischer Werbung auf Facebook gewidmet habe.

Auch Microsoft kommt zu verdienten Ehren lassen sich doch mit "Workplace Analytics" Mitarbeiter ausspionieren, weil Firmen analysieren können, "wie viel Zeit Beschäftigte mit Videokonferenzen, Besprechungen oder E-Mail-Versand verbringen - innerhalb und außerhalb der Arbeitszeit", hieß es in der Begründung. Delve, ein anderes Produkt von Microsoft, nutze diese Daten für personalisierte Empfehlungen. "Plattformen wie Microsoft Teams oder Slack können Kommunikation für bestimmte Zwecke durch Erweiterungen von Drittherstellern in einer Art strukturieren, die sie zu Systemen der Steuerung und Kontrolle von Abläufen und Arbeitstätigkeiten macht".

Corona hat also einen tiefgreifenden Eindruck hinterlassen, zumindest was die Überwachung in den eigenen vier Wänden betrifft. Man wird also in absehbarer Zeit jede Menge Diskussionsbedarf haben und Betriebsvereinbarungen schnüren müssen.

Das Schüren von Hass

Facebook-Mitarbeiter haben das weltgrößte Soziale Netzwerk jahrelang gewarnt, angesichts des rasanten Wachstums zu wenig gegen Hassreden und Falschinformationen zu tun. Das geht aus internen Dokumenten hervor, in die Reuters Einsicht nehmen konnte, sowie aus Gesprächen mit fünf früheren Mitarbeitern. Demzufolge wusste der US-Konzern, dass er zu wenig Mitarbeiter mit Sprachkenntnissen und Infos über lokale Veranstaltungen zum Beispiel in Schwellenländern eingestellt hatte.

Das sei vor allem in von Gewaltausbrüchen besonders stark bedrohten Ländern wie Myanmar und Äthiopien gefährlich, warnte demnach ein Mitarbeiter intern. Aktuell hat Facebook mehr als 2,8 Milliarden Nutzer weltweit, ist in mehr als 190 Ländern aktiv und Inhalte werden in mehr als 160 Sprachen veröffentlicht. Mehr als 90 Prozent der monatlich aktiven Nutzer leben außerhalb der USA und Kanada.

Facebook schürt somit aus Profitgier Hass und lebt von der menschlichen Dummheit. Traurig, aber wahr. Auf eine Umbennung wird das soziale Netzwerk nicht mehr retten können. Steuernachzahlungen und strikte, rechtliche Beschränkungen sind dringend angebracht Die Politik muss lernen schneller zu handeln, als die Online-Giganten. Es ist nicht einfach, aber es ist möglich.