Die Corona-Pandemie "belastet" also weiter den Transfermarkt, wie die Fifa in ihrem "Global Transfer Report" festhält - nicht ohne die anhaltende "Stärke" des Sports zu betonen, dank derer man es relativ gut durch die Krise schaffe.

WZ Tamara Arthofer - © WZ

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Viele sehen das freilich umgekehrt, war doch der Tenor in den Prä-Corona-Zeiten jener, dass die bis dahin explodierenden Ablösesummen und Gehälter à la longue die Stärke des Fußballs insgesamt belasten. Aus diesem Blickwinkel heraus kann man die aktuell veröffentlichten Zahlen durchaus als nicht unerfreulichen Trend sehen: Denn während die im Jahr 2021 geflossenen Ablösesummen um 750 Millionen Dollar auf insgesamt 4,86 Milliarden Dollar abgenommen haben - 2019 war es noch ein Rekord von 7,35 Milliarden Dollar -, stieg die Anzahl an Transfers beinahe wieder auf Vorkrisenniveau. Eine - mögliche - Interpretation: Für mehr Klubs "leistbare" Verstärkungen waren auf dem Markt.

Aus diesem Grund auf eine anhaltende Erholung zu schließen, wäre aber kaum realistisch, auch wenn die Pandemie den übertriebenen Einkaufsrausch mancher noch länger dämpfen dürfte. Zum einen gab es im vergangenen Sommer die Ausnahmesituation, dass etwa der FC Barcelona seine Stars zum Schnäppchenpreis ziehen lassen musste (nicht ohne zuletzt gleich 55 Millionen Dollar für Ferran Torres hinzublättern); zum zweiten ist nicht ausgeschlossen, dass Borussia Dortmund Erling Haaland nicht doch noch im Winter um eine rekordverdächtige Summe ziehen lassen könnte.

Und zum dritten zeigt sich beim Blick auf einen zweiten, erst kürzlich veröffentlichten Report, eine Schieflage: Denn während die Ablösen weniger wurden, sind die Beraterhonorare weiter gestiegen. Agenten seien "ein lebenswichtiger Teil des Systems", betonte die Fifa.

Doch es ist ein System, das offenbar nach wie vor an vielen Ecken und Enden kränkelt.