Vielleicht hat’s nicht jeder mitgekriegt, aber: Am Mittwoch ist die Nation wieder einmal von "Breaking News" aufgeschreckt worden. Diesmal waren freilich nicht die Coronazahlen die Eilmeldung (zumindest nicht die einzige). Sondern? Ist der Fluffy zurück?

Nur für die, die nicht wissen, wer der Fluffy ist (obwohl das praktisch unmöglich ist; seine Geschichte ist schließlich viral gegangen - fast so viral wie die Omikron-Variante): Das ist dieser Saugroboter. Nein, nicht der, dem man den Finger ins Mäulchen steckt und dann nuckelt er daran, was total beruhigend sein soll. Funktioniert das mit jedem Finger oder bloß mit dem Wutfinger (sprich dem mittleren)? Und werden gewaltbereite Impfgegner zwangstherapiert? Wurscht. Das ist sowieso nicht der Fluffy aus Wieselburg, das ist der Robo-Therapeut Amagami Ham Ham aus Japan. Dem Fluffy hat eine Gratiszeitung, die nach einem Tag in der Gegenwart benannt ist, am Dienstag ihre Titelschlagzeile gewidmet: "Saugroboter machte sich aus dem Staub." (Man beachte das subtile Wortspiel.) Der kleine Staubfresser war nämlich aus dem Geschäft, in dem er den Boden gereinigt hatte, zielstrebig abgepascht, wie die Aufnahmen aus der Überwachungskamera belegen. Mittlerweile ist er allerdings eh wieder aufgetaucht. (Im Müll.) Und seinem besorgten Frauerl übergeben worden. Happy End.

Geendet hat ebenso (und das ist die eigentliche Neuigkeit) der Lockdown für die Ungeimpften. (Und Ungenesenen.) Die dürfen ab Montag endlich wieder grundlos den eigenen privaten Wohnbereich verlassen. Müssen sich nimmer einen Grund aus der Liste in der 6. Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung aussuchen. Die "Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für Leib, Leben und Eigentum", zum Beispiel. (Wenn einem die Decke auf den Kopf zu fallen droht? Und ich meine nicht die Bettdecke.) Oder die "Versorgung von Tieren". Im Ernst? Dabei hab ich gedacht, Taubenfüttern wäre verboten. Ach so, wahrscheinlich soll man mit dem Hund Gassi gehen (nicht mit einem Sackerl voller alter Semmeln). Und sonst waren sie halt arbeiten oder Essen kaufen.

Oder sie hätten "einzelne engste Angehörige" treffen dürfen (dezidiert "Eltern, Kinder und Geschwister" - und ihre Onkeln und Tanten nicht?). Bzw. "einzelne wichtige Bezugspersonen". Einzelne, wohlgemerkt. Mit zigtausend haushaltsfremden Impf- und Impfpflichtgegnern grölend durch die Straßen zu ziehen, das war jedoch auch kein Problem. Das ist eben Demokratie. Hm. Die ist ziemlich ungerecht, die Demokratie. Geimpfte brauchen bei ihren Zusammenkünften ab 1001 Personen jedenfalls einen 1G-Doppelplus-Nachweis (geimpft, geboostert und getestet), dürfen maximal zu 2000 sein und müssen obendrein sitzen. (Während die andern nicht einmal einen zugewiesenen Stehplatz haben.)

Ab Montag dürfen die Ungeimpften also sogar zum Wirten gehen. Zum. Aber dann nicht durch die Tür. (Weil: Die 2G-Regel in Gastro, Handel, Freizeit- und Kultureinrichtungen bleibt.) Aha. Und was ist da der Unterschied zu vorher? Na ja, die Freiheit. He, sie können jetzt einfach so nach Wieselburg fahren und den Fluffy, diesen tapferen Freiheitskämpfer, besuchen, ohne dass die Polizei sie deshalb anzeigen darf. (Der robotet außerdem in einem Lebensmittelladen und ein solcher ist für alle offen.) Grüßt ihn schön von mir.