Ständig bemühen sich Verantwortungsträger, dem wankelmütigen Volke die Wünsche von den irrlichternden Augen abzulesen. Was fordern die extrem geweiteten Pupillen? Noch mehr Drogen? Schönere Sündenböcke? Ein Valium? Eine Umarmung? Oder einfach Geld?

Severin Groebner ist Kabarettist und Autor ("Lexikon der Nichtigkeiten"), alles Wissenswerte über ihn und von ihm gibt es unter http://www.severin-groebner.de. Am 28.5. um 12 Uhr feiert er 10 Jahre "Glossenhauer" bei einer Matinee in der Bar&Co Drachengasse.
Severin Groebner ist Kabarettist und Autor ("Lexikon der Nichtigkeiten"), alles Wissenswerte über ihn und von ihm gibt es unter http://www.severin-groebner.de. Am 28.5. um 12 Uhr feiert er 10 Jahre "Glossenhauer" bei einer Matinee in der Bar&Co Drachengasse.

Eine Expertin, die immer gewusst hat, was die boulevardisierende Meute gerne hätte, ist nun von uns gegangen. Nicht für immer, aber aus der Politik. Wie sehr sie die Menschen verstehen konnte, sieht man als Mensch an dem Meme, das durchs Internet geistert. Da zeigt sich die "Elli", wie Matthias Strolz sie nennen würde, mit einem Gesicht, das man nur quietschvergnügt nennen kann (auch weil "quetschvergnügt" so wenig vergnügt klingt), mit einer Tasse in der Hand, auf der steht: "Einen Scheiß muss ich." Das war wahrscheinlich dieser "neue Stil".

Dass sie nun zusammen mit ihrer Kollegin Schramböck den Schritt zurück, zur Seite oder ins Abseits getan hat, ist ein herber Verlust. Vor allem für die Satiriker dieses Landes.

Hier wurden Lücken gerissen in das Regierungsteam der Volkspartei. Und das alles nur wenige Tage, nachdem der Heiland aus Meidling in einem Interview gesagt hat, er werde nie in die Politik zurückkehren. "Was können wir dem Volk also anbieten?", fragt sich da die Volkspartei vor dem Parteitag.

Eine mögliche Antwort hat eine andere lebendige Organisation gefunden, die mit der Farbe Schwarz assoziiert wird: die Bestattung Wien. Deren Lösung heißt: Baba! Bestattung fürs kleine Geld. Die scheene Leich ist nicht mehr so wichtig wie die leistbare. Der Satz "das Letzte Hemd hat keine Taschen" bekommt da gleich einen anderen Hautgout. Testimonial für die Bestpreis-Bestattung "Baba" ist übrigens Peter Rapp, der sein Auftreten mit folgenden Worten erläutert. "Ich habe eine starke Affinität zu Friedhöfen - nicht, weil es meine Zukunft ist." Der Mann hat Humor.

Aber ist das alles, was das Volk will? Nein.

Die Ergebnisse der Volksbegehren dieser Woche zeigen: Das Antikorruptionsvolksbegehren landet auf dem zweiten Platz hinter dem Begehren gegen Lebendtiertransporte. Wer kann in diesem Land auch ernsthaft gegen Freunderlwirtschaft sein? Zumindest niemand der eine Baugenehmigung braucht. Oder eine Matura fürs Kind sichern will.

Abgeschlagen auch das Begehren für mehr Arbeitslosengeld. Mehr Geld für die Hocknstadn? Es wird ja immer besser! Jetzt haben wir den Schäferhund im SUV ins neue Eigenheim (Danke, Herr Bürgermeister!) gefahren, dass diese faulen südosteuropäischen Tagelöhner errichtet haben (Danke, Herr Baumeister!), und jetzt wollen die noch ein Arbeitslosengeld? Wir haben doch schon zwei Doppler hingestellt. Was denn noch? Sollen wir die anmelden? Da geht sich das Futter für den Hund, das wir verbilligt vom Lagerhaus kriegen (Danke, Herr Filialleiter! Das Lagerhaus ist ja wie die Puntigamer Brauerei), nicht mehr aus.

So viel verdient man in der öffentlichen Verwaltung auch wieder nicht. Dabei ist das ein super Job (Danke Onkel!). Wir kontrollieren dabei landwirtschaftliche Betriebe und wie sie die Viecher in den Schlachthof bringen. Aber bleiben dabei menschlich (Gell, Herr Landwirt? Du schuldest uns noch was).

Das will das Volk. Und seine Partei. Und alle anderen . . ? Baba.