Einem jedem Recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann - so auch nicht der seit einem Jahr als Nachfolger des langjährigen FIS-Präsidenten Gian Franco Kasper im Amt befindliche Johan Eliasch. Zwar steht jetzt schon fest, dass der schwedisch-britische Doppelstaatsbürger bei dem Kongress am Mittwoch und Donnerstag - bei dem auch die Weltmeisterschaften 2026 und 2027 vergeben werden - ohne Gegenkandidat wiedergewählt werden wird. Der Ton ist aber deutlich rauer geworden.

WZ Tamara Arthofer - © WZ

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Vor allem die von Eliasch angestrebte Zentralvermarktung, bei der die nationalen Verbände nicht mehr eigenständig über die Kommerzialisierung ihrer Veranstaltungen verfügen können, stößt auf viel Widerstand; ganz besonders beim ÖSV. Generalsekretär Christian Scherer beklagte zuletzt mangelnde Kommunikation und eine Art von "Drüberfahrmentalität", die für "starke Irritationen" gesorgt hätte.

Abgesehen davon, dass auch im heimischen Verband nicht immer alles so ist, wie die Alpenidylle scheint, geht es in den meisten großen Sportarten immer mehr in Richtung Zentralvermarktung. Daran wird wohl - mittelfristig und unter Einhaltung der bestehenden Verträge - auch im Skisport kein Weg vorbeiführen.

Dass der ÖSV, bekanntermaßen ein Meister der Eigen-PR bei seinen Veranstaltungen, damit keine große Freude hat (auch wenn man betont, offen für Optimierungen im Sinne des Sports zu sein), ist freilich auch klar. Was aber doch überrascht, ist die Überraschung einiger darüber, dass Eliasch den Weltverband gewinnmaximierend wie ein großes Unternehmen führen wird. Schließlich muss man gewusst haben, wen man gewählt hat: den langjährigen Chef der Firma Head, der es gewohnt ist, auch einmal hart durchzugreifen. Und das mit der vermeintlich großen (Ski-)Sport-Familie ist ohnehin längst Schnee von vorgestern.