Unbekannte Mikroben

Die meisten Bewohner des Darms sind unbekannt. "Wir kennen nur ungefähr ein Prozent. Die restlichen 99 Prozent bezeichnen wir deswegen gerne als Dark Matter, als dunkle Materie", so Moissl-Eichinger. Auch über die Zahl der Bakterienstämme im Darm gibt es nur Schätzungen: Man geht von mehreren tausend Stämmen aus.

Mit DNA-Sequenzierung kann man einen Mikroorganismus zwar relativ einfach seiner biologischen Familie zuordnen, über seine Funktion im Körper sagt das aber wenig aus. "Allein die Beschreibung eines neuen Mikroorganismus dauert vier bis sechs Jahre. Und dann sind noch immer nicht alle Informationen da, die man eigentlich bräuchte", sagt sie. "Das wird Aufgabe der Grundlagenforschung sein."

Thomas Lüscher will nun untersuchen, ob eine Blockade der TMAO-Produktion durch einen Enzymhemmer das Risiko für Herzinfarkte senken kann. "Wie beim Cholesterin muss man erst noch beweisen, dass man durch eine pharmakologische Senkung tatsächlich etwas erreicht. Da bleiben wir dran."