Die Schattenseiten

Einfach nur Pferd sein, seiner biologischen Bestimmung folgen und niemandem dienen zu müssen, ist nur den wenigsten Pferden vergönnt. Sie trugen Reiter auf deren Eroberungsfeldzügen und ließen millionenfach ihr Leben auf den Schlachtfeldern, sie zogen und ziehen Kutschen, Karren, Lasten oder den Pflug (oft unter unwürdigsten Bedingungen), sie müssen im Sport Höchstleistungen erbringen und werden dafür oft mit tierquälerischen Methoden trainiert, sie werden in Film und Fernsehen eingesetzt – und sie dienen als Nahrungsmittel. In Österreich rangiert Pferdefleisch zwar in der Beliebtheitsliste weit unten, dennoch wird es verzehrt. Rund 1000 Pferde werden jährlich geschlachtet, die meisten davon in Salzburg und Tirol. Das habe mit der Haflinger- beziehungsweise Norikerzucht zu tun, weiß Tirols Veterinärdirektor Josef Kössler. Da sich nicht jedes Fohlen zur Zucht oder für den Sport eignet, entsteht ein Überschuss, der dann eben beim Schlachter landet. Die meisten Fohlen werden jedoch nach Italien verkauft, wo sie unter anderem für die Erzeugung von Salami geschlachtet werden. Manche haben allerdings Glück und werden von Tierschutzvereinen freigekauft und auf gute und kontrollierte Privatplätze vergeben.

Das Glück der Erde kann tatsächlich auf dem Rücken eines Pferdes liegen. Ob es für das Pferd eine ebenso glückliche Erfahrung ist, liegt allerdings am Reiter …