Trendquelle Nachwuchs

Neue und heftige Impulse kommen außerdem vom Design-Nachwuchs. "Neben Modenschauen und Werbekampagnen in Zeitschriften sind Avantgarde-Messen eine ganz, ganz wichtige Quelle", sagt Gabriela Kaiser. "Was die jungen Designer auf Festivals in Berlin oder Leipzig zeigen, ist sehr spannend, da gibt es viele frische Ideen. Oder in Mailand, auf den Off-Shows während der Möbelmesse!" Hier ist auch das Upcycling, die Aufwertung alter Materialien zu neuen originellen Möbelstücken zu Hause.

Trendquelle Wirtschaft

Wie der Verband der deutschen Möbelindustrie in einem Papier über Trends erklärt, wird Wohnen außerdem von wirtschaftlichen Flüssen gelenkt. Bautätigkeiten und Wohnbewegungen spielen hier eine wichtige Rolle, man denke nur an den Loft-Trend und die daraus hervorgegangene offene Küche. Die wiedererwachte Stadtlust beeinflusst das Wohnen ebenfalls: Möbel werden kleiner, Stoffe subtiler, Accessoires markanter. Und weil man in der Stadt nicht auf Natur verzichten will, kommt das "Urban Gardening", das städtische Gärtnern, aus New York zu uns.
"Ein entscheidendes Element der Trendbildung ist aber auch Regionalität", sagt Gabriela Kaiser. "Es gibt Farben und Formen, die funktionieren nur in bestimmten Ländern." Welche Farben, Formen und Materialien kommen 2014 also letztlich zu uns in den deutschsprachigen Raum?

Materialien 2014

Dolunay Yerit, Referentin der Österreichischen Möbelindustrie, erörtert die Materialtrends: "Ob bei Holz, Stoff, Leder, Metall oder Glas – auch 2014 gibt es wieder spannende neue Oberflächen und Strukturen: warmes, geöltes, teilweise auch wild gemasertes Holz mit kühlem Farbglas oder kontrastierenden, lackierten Oberflächen. Beziehungsweise glatte Polsterbezüge aus natürlichem Leder oder Stoff gepaart mit strukturierten, manchmal bestickten Kissen. In der Küche treten Holz und Hochglanzoberflächen mit kräftigen Farbakzenten gleichermaßen auf."

Formen 2014: organisch, kontrastreich, minimalistisch

Nachdem strenge, kubische Formen seit Jahren Mainstream waren, setzen sich organische Formen durch. Das kann von der runden Rückenlehne eines Sofas oder Stuhls bis hin zum amorphen, wie angeknabbert aussehenden Teppich gehen. Formen werden oft zu Materialien oder Farben in Kontrast gesetzt. So gibt es nicht nur Möbel aus urigem Holz, die streng geometrisch geformt sind, sondern auch neongrüne Kunststoffmöbel in Pflanzenform. Auf die neueste Art der Re-Inszenierung alter, primitiver Materialien macht Gabriela Kaiser fasziniert aufmerksam – Fußböden und minimalistische Häuser aus Lehm: "Da wird das digitale Zeitalter quasi mit der Steinzeit gemixt."