Dafür spricht, dass Gewinne massiv steigen, während die Reallöhne stagnieren. Mit Blick auf zu erwartende oder erhoffte Zugewinne durch die Digitalisierung formuliert Wifo-Ökonomin Mayrhuber die Frage folgendermaßen: "Wie kann man Automatisierungsgewinne so verwenden, dass man sie in die Gesellschaft zurückführt? Also wie resozialisiert man den höheren Output, den die Informationstechnik hervorbringt?"

In der IV ist man strikt gegen solche Steuern. Ähnlich steht man zu einer anderen Alternative, nämlich der Maschinensteuer oder Wertschöpfungsabgabe: "Diese wäre der Todesstoß für die Digitalisierung", sagt Wallner. Ob das nun eine berechtigte Angst ist oder nicht, ist ein noch nicht wirklich erschöpfend diskutiertes Thema. Eine Besteuerung der Kapitalseite – also der Maschinen, der Roboter, der Software etc. – stellt eine Möglichkeit dar, auch jene Unternehmen in die solidarische Pflicht zu nehmen, die aufgrund der Automatisierung weniger Arbeitskräfte beschäftigen als jene Firmen, die viele Tätigkeiten gar nicht automatisieren können.

Denkbar ist für manche auch eine Steuer auf Finanzströme, wie sie unter dem Titel Finanztransaktionssteuer schon länger diskutiert wird. Auch gäbe es durchaus Möglichkeiten, die Plattformunternehmen der digitalen Wirtschaft dazu zu zwingen, einen bestimmten Teil ihrer Einnahmen an jene Länder abzuführen, in denen sie wirtschaftlich tätig sind. Beispiel Airbnb: Für die Provision, die Vermieter an die Plattform zahlen, wird keine Steuer fällig. Für jene Vermietungen, die auf österreichischem Boden stattfinden, könnte man aber Steuern erheben. Das Problem: Wie diese eintreiben? Denn Steuerflucht ist ebenfalls eine Tatsache der globalisierten und digitalen Welt.

Keine einfache Debatte. Sie macht deutlich: Es sind die Menschen, die entscheiden müssen, wie sie ihre Zukunft in der digitalisierten Wirtschaft gestalten. Automatisch und von ganz alleine wird die Digitalisierung nicht gut. Oder, wie Politikwissenschaftlerin Prainsack es ausdrückt: "Es wird keine technische Lösung geben, sondern sie muss eine politische und soziale Entscheidung sein."

Die gesellschaftliche Diskussion ist, was das betrifft, jedenfalls noch ausbaufähig.