Die Agentur Copenhagenize, die alle zwei Jahre den Index der radfreundlichsten Städte erstellt, hat Wien heuer besser bewertet als zuletzt: Trotz bescheidener Investitionen ins Radverkehrsnetz rückt die österreichische Hauptstadt von Platz Zwölf auf Platz Neun im Ranking vor. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag (27. Juni 2019) im Rahmen der Velo-City-2019 in Dublin vorgestellt.

Im Jahr 2011 war Wien auf dem 19. Platz gelegen, 2013 und 2015 fiel die Stadt überhaupt aus der Wertung. 2017 stieg Wien dann auf Platz Zwölf wieder ein, um heuer unter die Top-10 vorzurücken. Für die Bewertung berücksichtigt der Index vierzehn Kriterien, darunter Radinfrastruktur, Stellplätze, Verkehrsberuhigung, Radverkehrsanteil, Sicherheit, verkehrspolitische Atmosphäre und Stadtplanung.


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Platz Eins und Zwei gingen – wie immer – an Kopenhagen und Amsterdam. Mehr als 600.000 Großstädte (mit 600.000 Einwohnern und mehr) sowie Hautstädte aus der ganzen Welt wurden für das Ranking 2019 untersucht. Jene, die einen Radverkehrsanteil von mehr als 2 Prozent haben, kamen in die zweite Runde. Für den Index 2019 waren das – laut Copenhagenize – 115 Städte. Sie wurden in den Kategorien mit 0 bis 4 Punkten bewertet; die Punkte zum Schluss addiert.

Dass es Wien unter die Top-10 schaffte, mag für manche Alltagsradler überraschend kommen, wird doch das Radverkehrsnetz in den letzten Jahren nur – um es einmal so auszudrücken – behutsam ausgebaut.

"Obwohl die Stadt weiterhin nur bescheidene Investitionen in die Straßenradinfrastruktur tätigt, hebt sich die österreichische Hauptstadt durch innovative und konstruktive Kommunikationsbemühungen und -politik von der Masse ab", wurde die Entscheidung begründet. Konkret hob Copenhagenize die Kampagne 2018 "#warumfährstDUnicht?" hervor, in der häufige Ausreden thematisiert werden. Copenhagenize lobt außerdem die Lastenradförderung, die es in Wien im Jahr 2017 gab, sowie das Projekt Grätzelrad – ein Netzwerk von in Geschäften stationierten Transporträdern, die kostenlos entlehnt werden können. Außerdem positiv erwähnt: 5.000 zusätzliche Fahrradstellplätze und Lückenschlüsse etwa auf dem Getreidemarkt.