Betagte Menschen auf Ausflüge in Fahrrad-Rikschas mitzunehmen, gehört zu den
schönsten Ideen aus der Welt des Radfahrens. Immer mehr Einrichtungen in
Österreich greifen das Konzept auf.

In Wien gibt es die Rikscha-Ausflüge für die Bewohnenden von Altersheimen
erst seit kurzem: im Haus Prater in der Leopoldstadt hat man im Rahmen des Projektes
"2inFahrt" Personen-Transporträder angekauft, die  den Seniorinnen
und Senioren für Ausfahrten zur Verfügung stehen.


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Die dänische NGO Cycling without Age ist mittlerweile weltweit vertreten.

Seit 2014 gibt es auch in Österreich einen Ableger:
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"2inFahrt" ist eine Kooperation vom Bezirk Leopoldstadt, dem Kuratorium
Wiener Pensionisten-Wohnhäuser, der WIG Wiener Gesundheitsförderung, der
Mobilitätsagentur Wien, dem Wiener Hilfswerkt und der Kolping Altenpflege Wien.

In Vorarlberg bereits seit 2014

Anderswo gibt es das Konzept schon länger. Bereits im Jahr 2014 Jahren holte
die Lustenauerin Elke Fitz "Cycling without Age" (Radeln ohne Alter)
nach Österreich. "Ich habe Ole Kassow, den Gründer der dänischen NGO
Cycling Without Age bei einem Ted Talk gesehen und war sofort begeistert",
erzählt Fitz: "Wir haben dann den Bürgermeister von Lustenau überzeugt,
zwei Rikschas zu spendieren. Das war der Startschuss."

Im Lauf der nächsten Jahre breitete sich das Konzept in Vorarlberg, bald
auch in andere Bundesländer aus. Als Repräsentantin der NGO in Österreich unterstützt
Fitz die Einrichtung von neuen Standorten, hilft bei der Beschaffung der
Rikschas, gibt Fahrsicherheitstrainings und Tipps zur praktischen Umsetzung.
Mittlerweile gibt es "Radeln ohne Alter"-Gruppen in fast allen
Bundesländern. Dazu kommen Rikschas, die – wie etwa in Wien – nicht unter dem
Titel Radeln ohne Alter, aber mit einem ähnlichen Konzept fahren.

Wichtig: Die "Piloten" – so werden die Rikscha-Fahrer genannt –
sind ehrenamtlich unterwegs. Und: Um eine Cycling without Age-Gruppe zu bilden,
braucht es einen Verein oder eine juristische Person als Träger. Die
Ausgestaltung im Detail hängt von der Gemeindestruktur und den Ideen der Leute
vor Ort ab. So sind die Rikschas mitunter direkt in den Altersheimen
stationiert und werden über die Organisation dort betrieben. Anderswo gibt es
eigenständige Stützpunkte, und mehrere Heime oder Einrichtungen werden
angefahren.

 

Generationen zusammen bringen

Den Reiz von Radeln ohne Alter beschreibt Elke Fitz so: "Es geht um die
Freude an den kleinen Dingen des Lebens. Wenn unsere Passagiere mit dem Fahrrad
unterwegs sind, genießen sie das in vollen Zügen. Wir fahren maximal 15 km/h:
Das ist die ideale Geschwindigkeit, um die Umwelt wahrzunehmen und trotzdem
Fahrwind und frische Luft zu spüren."