Radinfrastruktur – insbesondere baulich getrennte Radwege – hebt nicht nur die Verkehrssicherheit für Radfahrer, sondern auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Zu diesem Ergebnis kommt die bisher größte US-Studie zum Thema Radfahren und Verkehrssicherheit, die Wissenschaftler der Universitäten von Colorado und von New Mexico erstellten. Verantwortlich dafür seien "verkehrsberuhigende Nebeneffekte", die Tempo von Kfz reduzieren. Für die Untersuchung wurden Unfall-Daten aus dreizehn Jahren in zwölf großen U.S.-Städten ausgewertet.

Kein Safety-in-numbers-Effekt

Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung". - © Wiener Zeitung
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Wesley E.Marshall, Nicholas N.Ferenchak: Why cities with high bicycling rates are safer for all road users Link zum Forschungsbericht
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Ursprünglich waren die Studienautoren davon ausgegangen, dass der sogenannte "safety-in-numbers"-Effekt – also die bloße Tatsache, dass mehr Radfahrer unterwegs sind und die Autolenker deshalb die Geschwindigkeit reduzieren – die Verkehrssicherheit erhöhen würde. Wie sich anhand der Zahlen jedoch nachvollziehen ließ, war es weniger die Zahl von Radfahrenden, sondern die Rad-Infrastruktur selbst, die die Sicherheit deutlich erhöhte. Genauer gesagt: Nicht jede Form von Rad-Infrastruktur, sondern "getrennte und geschützte Radwege".

Die Studie, die im "Journal of Transport & Health" veröffentlicht wurde, fand heraus, dass Rad-Infrastruktur einen "beruhigenden" Einfluss auf das allgemeine Verkehrsgeschehen ausübt: Kfz-Verkehr werde gebremst,  tödliche Unfälle reduziert.

Die Forscher untersuchten Daten in zwölf US-Großstädten mit höheren Radverkehrsanteilen, darunter Denver, Dallas, Portland, and Kansas City. Während des Untersuchungszeitraums von dreizehn Jahren stieg die Anzahl der Fahrrad-Pendler in den USA um 51 Prozent; ab dem Jahr 2009 verdoppelte sich die Zahl der geschützten Radwege. Für ihre Langzeitstudie untersuchten die Wissenschaftler mehr als 17.000 tödliche Unfälle und 77.000 Unfälle mit Verletzten.