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Eine Lagerhalle des Wieners Hafens in Wien-Simmering war am Montag diese Woche Endpunkt eines logistischen Experiments. Eine Lkw-Ladung Blumen wurde mittels multimodalem Zero-Emissions-Transport aus dem niederländischen Venlo nach Wien transportiert: Die ersten 90 Kilometer im E-Sattelschlepper bis zum Containerterminal in Herne, dann mittels E-Güterzug bis zum Hafen Wien. Am Montag wurde das Eintreffen der Ladung dann mit einem Festakt gefeiert. Aus den Niederlanden war dazu sogar eine Wirtschaftsdelegation angereist mit Femke Halsema, der Bürgermeisterin von Amsterdam, als Ehrengast.

Auch wenn beim Blumen-Transport letztlich einiges daneben ging und das Ganze aufgrund von technischen Problemen der Bahn einen Tag länger dauerte als erwartet, zog Martin Posset vom Thinkport Vienna positiv Bilanz: "Wir haben diese Fahrt unternommen, um herauszufinden, was wir noch herausfinden müssen." Nun gelte es, daran zu arbeiten, dass umweltfreundlicher Transport zur Normalität wird.


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Hubert

Das Citylogistik-Pilotprojekt "Hubert" des Hafens Wien ist die Weiterentwicklung eines in Holland bereits langjährig bestehenden Geschäftsmodells. Das Projekt wurde in enger Kooperation mit der Stadt Wien und der Wirtschaftsagentur entwickelt. E-Transporträder und Fahrzeuge der Wiener Lokalbahnen übernehmen die Zustellung auf der letzten Meile.
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Posset, der auch an der Boku zu Logistik-Fragen forscht, ist Teil eines internationalen Teams, das sich derzeit im Rahmen des Internationalen Wirtschaftsprogramms "Erfolgsformeln verbinden – nachhaltige Mobilität und Energie" mit den Möglichkeiten des emissionsfreien Gütertransports befasst. Ziel dabei: Innerhalb der nächsten fünf Jahre einen grünen Transport-Korridor zwischen den Niederlanden und Österreich zu errichten.

Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung". - © Wiener Zeitung
Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung". - © Wiener Zeitung

Letzte Meile mit Cargo-Bikes

Das Blumen-Transport-Projekt ist übrigens nicht das einzige interessante Projekt, das vom Thinkport Vienna betreut wird. Mit "Hubert" stellte das Mobilitätslabor (so die Selbstbeschreibung der Einrichtung) zuletzt ein City-Logistik-Konzept für den Hafen Wien vor, das helfen soll, die "letzte Meile" umweltfreundlicher und effizienter zu bewältigen. In einem City-Logistik Hub werden die Waren kurzzeitig zwischengelagert, um dann mit E-Transporträdern und Fahrzeugen der Wiener Lokalbahnen ausgeliefert zu werden. Mit der neuen Logistik-Dienstleistung will der Hafen Wien, eines der größten Güterverkehrszentren in Österreich, Paketströme bündeln und Mehrfachfahrten vermeiden.