Gestern Mittwoch (22. Mai 2013) wurde im Wiener Gemeinderat der Grundsatzbeschluss über das Radfahren in der Stadt gefasst. Die Debatte darüber verlief – wie immer bei diesem Thema – turbulent. Hier ein paar Auszüge aus den Reden der Abgeordneten...

"Vor ein paar Wochen hat in Wien der Flieder geblüht, im Sommer spürt man die Kühle der Bäume und im Herbst den Geruch der feuchten Blätter. Ich würde allen Autofahrern diese Stadterfahrung gönnen. Es ist pure Lebensqualität und Lebensfreude"
Christoph Chorherr (Grüne)

"Radfahren an sich ist schön! Beim Ziel tun wir uns leichter als bei den einzelnen Maßnahmen, die Sie vorschlagen"
Wolfgang Ulm (ÖVP)

"Sie wollen, dass Wien Peking wird, Frau Vassilakou. Aber nicht das Peking von heute, sondern das Peking von vor 50 Jahren. Sie betreiben eine Verkehrspolitik des Hasses, der Hetze und der Menschenverachtung"
Johann Gudenus (FPÖ)

"Für uns ist die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer die oberste Priorität. Nur eine einzige Partei in diesem Haus hetzt Menschen gegeneinander auf: Das ist die FPÖ. Sie wollen die Radfahrer gegen die Autofahrer und die Fußgänger ausspielen"
Siegi Lindenmayr (SPÖ)

"Autofahrer sollen so oft und so viel fahren können wie sie wollen. Sie zahlen ja auch dafür"
Wolfgang Irschik (FPÖ)

"Beim Rauchen haben wir schon vor Jahren eine Bewusstseinsänderung geschafft. Warum sollte das beim Radfahren nicht auch möglich sein."
Susanne Bluma (SPÖ)

"Bis vor zehn, fünfzehn Jahren war Radfahren in Wien noch Freizeitvergnügen. Aber ist weder Zufall, noch Schicksal, noch Gott gewollt, ob viele Radler in Wien unterwegs sind oder wenige. Es ist eine politische Entscheidung"
Susanne Bluma (SPÖ)

"Maria Vassilakou ist die heilige Maria der Rad-Rowdies"
Johann Gudenus (FPÖ)

"Wir würden uns freuen, wenn Radwege in Wien so angelegt wären wie in London und sich nicht – so wie entlang der Westeinfahrt und am Ring – um die Fußgängerwege herumschlängeln"
Wolfgang Ulm (ÖVP)

"Das ist unser Gesamtkonzept: 365 Euro für die Jahreskarte mit den Öffis im Jahr. Und – zweitens – Radfahren propagieren: weil es für alle etwas bringt"
Rüdiger Maresch (Grüne)