Bericht im Satire-Webportal "Die Tagespresse". Foto: www.dietagespresse.com
Bericht im Satire-Webportal "Die Tagespresse". Foto: www.dietagespresse.com

Bei näherer Betrachtung entlarvt sich die geäußerte Kritik an der neuen Mariahilferstraße als inszenierter Medienhype in den Boulevard-Blättern bzw. als Versuch der Stadtopposition, Stimmen erboster Autofahrer abzuräumen.

Seit der Eröffnung der Mariahilferstraße neu war ich fast jeden Tag dort. Unterhaltsam war es, ein wenig unübersichtlich und viele kapierten das neue System nicht auf Anhieb. Klar, dass da oder dort noch optimiert, möbliert oder besser informiert werden muss. Eines war die neue Marihilferstraße jedenfalls nicht: Ein Hort der Anarchie, wo Lebensgefahr besteht. Bei näherer Betrachtung entlarvt sich die geäußerte Kritik als  inszenierter Medienhype in den Boulevard-Blättern bzw. als Versuch der Stadtopposition, Stimmen erboster Autofahrer abzuräumen.

"Überall Drogensüchtige, Fahrradfahrer und Gutmenschen-Gangs"

Wie weit Wirklichkeit und Berichterstattung bzw. politisches Tamtam auseinander liegen, zeigt dieser gelungene Aufsatz im satirischen Online-Magazin "Tagespresse". ÖVP Wien-Obmann Manfred Juraczka wird unter anderem dieses (fiktive) Zitat in den Mund gelegt: "Seit der Umgestaltung der einst so beliebten Einkaufsstraße haben linke Anarcho-Gruppierungen die Gegend übernommen. Überall Drogensüchtige, Fahrradfahrer und Gutmenschen-Gangs: so kann das nicht weiter gehen."

Jetzige Mängel: Folge vieler Kompromisse

Dass die Mängel, vor allem die fehlende "Lesbarkeit" der Straße (siehe auch mein Interview dazu mit Stadtplaner Tadej Brezina von der TU) , eine Folge vieler eingegangener Kompromisse sind, zeigt die Wochenzeitung Falter in ihrer aktuellen Ausgabe in einem Doppelinterview mit dem Verkehrspsychologen Ralf Risser und dem Verkehrsplaner Harald Frey.