Die New York Times bringt in ihrer letzten Wochenendeausgabe einen Essay mit dem provokanten Titel "Is it o.k. to kill cyclists?", der sich mit den Gefahren des Radfahrens und mit dem Konflikt zwischen Autolenkerinnen und Radfahrern befasst. Die These: Radfahren ist populärer denn je und weiterhin im Aufwind, aber die Kultur und die Gesetze auf US-amerikanischen Straßen diskriminierten und gefährdeten weiterhin die Radfahrerinnen.

Der in San Franzisko lebende Autor Daniel Duane beschreibt in seinem sehr persönlich gehaltenen Artikel, wie es ihm erging als er das Fahrrad für sich entdeckte. Seine Erfahrungen im Straßenverkehr, schreibt er, seien furchtbar gewesen:

"Within minutes, however, I watched an S.U.V. hit another cyclist, and then I got my own front wheel stuck in a streetcar track, sending me to the pavement."

Statt Rad zu fahren, bestellt sich Duane lieber einen Hometrainer und beginnt in den Zeitungen von Unfällen mit Radfahrerinnen zu lesen. Nicht nur findet er tagtäglich Berichte von verletzten oder getöteten Radfahrern – auch fällt ihm auf, dass die meisten Kfz-Unfalllenkerinnen nicht einmal angezeigt werden oder mit geringen Verwaltungsstrafen davon kommen:

"In stories where the driver had been cited, the penalty’s meagerness defied belief, like the teenager in 2011 who drove into the 49-year-old cyclist John Przychodzen from behind on a road just outside Seattle, running over and killing him. The police issued only a $42 ticket for an "unsafe lane change" because the kid hadn’t been drunk and, as they saw it, had not been driving recklessly."

Die Mobilitätswende ist angebrochen

Man müsse kein "lefty pinko cycling activist" um diesen Umgang mit Verkehrstoten und den Verursachern verstörend zu finden, schreibt der Autor und stellt die These auf, wonach wir uns auf einem "kulturellen Scheideweg" befinden. Die Wende hin zu einer Mobilität, die weniger auf Verbrennungsmotoren als auf Körperkraft und öffentlichem Verkehr beruht, sei angebrochen:

"American cities are dense enough — and almost half of urban car trips short enough, under three miles — that cities from Denver to Miami are putting in bike-share programs. If there’s one thing New York City’s incoming and departing mayors agree on, it’s the need for more bike lanes. [...] Nationwide, cycling is the second most popular outdoor activity after running, supporting a $6.1 billion industry that sold 18.7 million bikes last year."