Trotz mehr als 160 Veranstaltungen im Zuge von Radjahr und Velo City-Konferenz blieben die Zahlen auf dem Niveau des Vorjahres. Grund dafür dürfte der lange Winter gewesen sein: Bis März 2013 waren ein Drittel weniger Radfahrer unterwegs als 2012.

Insgesamt blieben die Gesamtzahlen auf dem Niveau von 2012, dem bis dahin besten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002. Dass die Zahlen nicht höher waren, führt der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf die Wetterbedingungen zurück. Langer Winter, Hochwasser und Rekordhitze im Sommer hätten einigen den Appetit aufs Radfahren genommen. "Dennoch setzte sich der Radfahrboom fort", wird VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen in einer Aussendung des Verkehrsclubs zitiert: "Die öffentlich zugänglichen Radverkehrszählstellen zeigen, dass im Jahr 2013 sogar neue Rekordwerte erreicht wurden."

Rekordmonat Juli 2013

Besonders der Juli brach 2013 alle Rekorde. Noch nie seit Beginn der automatischen Zählungen wurden an den Zählstellen der Stadt in einem Monat so viele Radfahrende gezählt wie im Juli 2013. An der Zählstelle Lasallestraße waren im Juli werktags durchschnittlich 5.181 Radfahrende unterwegs, in der Argentinierstraße 2.508 und am Karlsplatz waren es 5.292. In August und September waren dann allerdings wieder weniger Radlerinnen unterwegs.

Nicht alle Zählstellen in Betrieb

Wie die Radagentur darlegt, konnten wichtige Zählstellen konnten bei der Zählstellen-Bilanz nicht berücksichtigt werden. Die Mess-Stationen am Neubaugürtel und am inneren Ringradweg sind im Jahr 2013 wegen Baustellen oder Gerätedefekten für mehrere Monate ausgefallen. Im abgelaufenen Jahr wurden am Karlsplatz bei der Operngasse sowie am Praterstern zwei neue Zählstellen errichtet. Diese beiden Zählstellen sind aufgrund der fehlenden Vergleichsdaten noch nicht in die Berechnungen miteinbezogen worden. Insgesamt gibt es zwölf automatische Dauerzählstellen für den Radverkehr in Wien.

VCÖ fordert Infrastrukturoffensive für Radverkehr

Der VCÖ fordert eine Infrastrukturoffensive für den Radverkehr. Pro Million Euro schafft der Bau von Radfahrinfrastruktur um rund 55 Prozent mehr Arbeitsplätze als der Autobahnbau, macht der VCÖ aufmerksam.  Konkret fordert der VCÖ Radwege entlang von Freilandstraßen sowie Fahrrad-Highways in Ballungsräumen, nach dem Vorbild von Kopenhagen. So wird es Pendlerinnen und Pendlern aus dem Umland der Städte möglich, mit dem Rad zur nächstgelegenen U-Bahnstation oder gleich direkt in die Arbeit zu fahren.