Mit mehr als 5.000 registrierten Teilnehmern aus 38 Staaten ist das Forum Mundial da Bicicleta #FMB4, das von Donnerstag, den 26.2. bis Sonntag, den 1.3. in der kolumbianischen Stadt Medellín stattfinden wird, die größte Fahrradkonferenz der Welt. Zum Vergleich: Zur VeloCity 2013 nach Wien kamen 1.400 Personen.

Die Veranstaltung, die heuer zum vierten Mal stattfindet, hat als Motto "Städte für alle" und widmet sich dem Fahrrad als Vehikel für den umweltfreundlichen Wandel in den Ballungszentren. In 45 Podiumsdiskussionen, 30 Workshops, Gemeinschaftsfahrten und zahlreichen künstlerischen Interventionen, ist das Forum ein wertvoller Beitrag zur Fahrrad-Kultur. Zum Forum werden 160 Vortragende (unter ihnen der Autor dieser Zeilen), Aktivisten und Künstler, Repräsentanten von NGOs und Stadtverwaltungen, sowie Vertreter der Wirtschaft erwartet.

Besondere am Forum ist, dass es sich vornehmlich an Entwicklungsländer richtet, und dass es als Grassroots-Veranstaltung völlig ohne staatliche Fördermittel auskommt. Alle Veranstaltungen im Rahmen des Forums sind gratis. Mit Hilfe von Crowdfunding und vor allem aufgrund der ehrenamtlichen Arbeit vieler war es möglich, das Forum zu realisieren. "Es ist ein Event von den und für die Bürger", erklärt Charlotte Fagan, eine Aktivistin der US-amerikanischen NGO Bikes Not Bombs und eine der Organisatorinnen: "Es ist ein inklusiver und frei zugänglicher Event. Jeder kann mithelfen, jeder daran teilhaben. Genauso beim Radfahren."

Unter den Sprechern sind unter anderen Enrique Peñalosa, der ehemalige Bürgermeister von Bogotá, Fredrik Gertten, der Director von "Bikes vs. Cars", Janette Sadik-Khan, die ehemalige Verkehrskommissarin von New York City.

Warum Kolumbien?

Nach drei Foren in Brasilien, geht das Foro Mundial Da Bicicleta erstmals nach Kolumbien. Die 2,7 Millionen-Einwohner-Stadt Medellín bot sich auch deswegen als Veranstaltungsort an, weil sie als eine der Fahrrad-Städte Lateinamerikas gilt. Im Jahr 2012 wurde sie vom Wall Street Journal zur "Most Innovative City of the Year" gekürt; im Jahr 2014 wurde sie im Städte-Ranking des Unternehmens Indra zur  "Most Livable Latin American City" gewählt. Wie Carlos Cadena Gaitán, einer der lokalen Organisatoren, feststellt will "Medellín den Weg vorzeigen, wie das Fahrrad als kraftvolles Werkzeug für die urbane Transformation" dienen kann.