Kayak-Sportler im River Park in Boise. Der durch die Stadt führende Fluss wurde revitalisiert und für Freizeit-Aktivitäten nutzbar gemacht - © Smart Growth America
Kayak-Sportler im River Park in Boise. Der durch die Stadt führende Fluss wurde revitalisiert und für Freizeit-Aktivitäten nutzbar gemacht - © Smart Growth America

Mit Verkehrsberuhigung lassen sich lokale Wirtschaft und kleine Gewerbebetriebe am besten fördern. Das zeigt eine im Juni 2016 veröffentlichte Studie der US-amerikanischen Initiative Smart Growth America in sechs verschiedenen Städten.

"Jahrzehntelang haben Verwaltungen versucht, wirtschaftliche Entwicklung mit Steuererleichterungen und Subventionen herbeizuführen. Mit dieser Herangehensweise sind viele Probleme verbunden. Am schwerwiegendsten allerdings: Es ist eine Strategie, die einfach nicht funktioniert", so schreibt die NGO "Smart Growth America" in der Einleitung zu ihrer aktuellen Studie.

Ein neuer Weg, lokale Betriebe und Gewerbeunternehmen zu fördern besteht darin, "walkable neighborhoods" – also fußgängerfreundliche Grätzel – zu schaffen, die für Unternehmen, deren Mitarbeiter und Kunden attraktiver sind. Mit urbanen Parkanlagen entlang von Flüssen, mit diverser Wohnbaupolitik, Plänen für Straßen und Viertel und Radwegprogrammen und der Einbindung der Bürgerinnen und Bürger entstehen Lebensräume, die "einzigartig, authentisch und inklusiv sind. Außerdem: "Die Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel, ein vielfältiger Mix aus Restaurants, Cafés, Geschäften und kulturellen Einrichtungen sowie leistbarer Wohnraum" bewähre sich als Instrument, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Rad-Infrastruktur bei einer Busstation in Denver, Colorado - © Smart Growth America
Rad-Infrastruktur bei einer Busstation in Denver, Colorado - © Smart Growth America

Wie sich diese Methode in der Praxis bewährt, fasst die Organisation in einer Studie in den Städten Boise (Idaho), Denver (Colorado); Greenville (South Carolina); Minneapolis (Minnesota); Nashville (Tennessee) und Pittsburgh (Pennsylvania) zusammen. Diese Städte repräsentieren Best-Practice-Beispiele, zeigen aber auch sehr unterschiedliche Ausgangslagen in Bezug auf Demographie, Bevölkerungsgröße, geographische Beschaffenheit der Orte sowie deren industrielle Vergangenheit. So zählen etwa Denver und Nashville zu den am schnellsten wachsenden Ballungsräumen, wo jährliche tausende Menschen zuziehen und Jobs entstehen. Minneapolis und Pittsburgh verzeichneten zwar einen Bevölkerungsrückgang, schafften aber zuletzt eine Trendwende und vermochten, neue Bewohnerinnen anzuziehen. Boise und Greenville eignen sich als Lehrstück für kleinere Städte, die bereits früh damit begannen, die Lebensqualität zu heben und die heute mit ausgezeichneten Wirtschaftsdaten, Arbeitsmarktzahlen und Bevölkerungswachstum dastehen.

"Wie dieser Report zeigt, gibt es viele Wege, um lebendige, fußgängerfreundliche Nachbarschaften und regionale Stadtzentren zu schaffen", so der Bericht: "Städte, die in der heutigen Wirtschaft miteinander konkurrieren, können sich viele dieser Strategien abschauen, um Plätze zu erzeugen, die ihre Städte einzigartig machen."