Auf der Frankfurter Allee – einer der wichtigen radialen Ausfallstraßen, die vom historischen Stadtzentrum Alexanderplatz Richtung Osten führen – soll testweise eine von derzeit drei Autospuren in einen Radweg umgewandelt werden. Damit will der Berliner Senat untersuchen, ob Einschränkungen für Pkw mehr Radfahrende auf die Straße bringen, berichtet die Berliner Tageszeitung. Der Modellversuch wird voraussichtlich Ende des Jahres starten. In den Koalitionsverhandlungen hatten Rot-Rot-Grün auch beschlossen, dass der Boulevard "Unter den Linden" ab 2019 ganz autofrei werden soll.

Initiator des Modellversuchs auf dieser bedeutenden Verkehrsachse ist Staatssekretär Jens-Holger Kirchner (B‘90/Die Grünen). Eine von ihm angeregte Verkehrsuntersuchung zur Frankfurter Allee war zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Radweg auf diesem Streckenabschnitt sinnvoll sei, berichtet das "Berliner Abendblatt":

"Die Frankfurter Allee hat sich aufgrund des stark zugenommenen Radverkehrs für den Testbetrieb angeboten. Die Menschen nutzen hier nicht ihr Fahrrad, weil das angeordnet ist, sondern weil es inzwischen immer mehr zu einem wichtigen Bestandteil des innerstädtischen Mobilitätsverhaltens wird", wird Kirchner in der Zeitung zitiert.

Oppostion von CDU und AfD
Ohne Gegenstimmen funktioniert auch in Berlin die Umschichtung des Verkehrsaufkommens nicht: Die CDU warf Rot-Rot-Grün einen "Kulturkampf gegen Autofahrer" vor, die AfD sprach sogar von "Irrsinn".