Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung". - © Wiener Zeitung
Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung". - © Wiener Zeitung

Der britische Economist kritisiert die Bauordnungen vieler Kommunen, die Bauträgern die Errichtung von Parkplätzen vorschreiben, und zeigt, warum Gratis-Parken Städten schadet. Die Kritik lässt sich eins zu eins auf Österreich übertragen.

"Parking influences the way cities look, and how people travel around them, more powerfully than almost anything else", schreibt der britische Economist in seiner jüngsten Ausgabe. Alle Versuche von Städten, die Attraktivität von Straßen mit Radwegen, dem Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und dem Bau architektonischer Schmankerln zu erhöhen, müssten scheitern, wenn es nicht gelänge, den Umgang mit den Parkplätzen zu ändern.

In dem Bericht, der den einprägsamen Titel Parkageddon trägt – eine Wortschöpfung aus dem Wort Parken und dem hebräischen Wort für die letzte Schlacht am Tag des jüngsten Gerichts – legt das Wochenmagazin dar, warum es unökonomisch und ungerecht ist, Gratis-Parkplätze anzubieten.

Hier ein kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte. (Die Orginalzitate habe ich nicht ins Deutsche übersetzt. Ich hoffe, dies schmälert das Lesevergnügen nicht.):

Enorme Kosten für Parkplätze

Bauordnungen in vielen Städten (so auch in Wien) zwingen Bauträger, eine bestimmte Anzahl von Parkplätzen zu neuen Wohn- und Bürogebäuden zu errichten: Die Folge dieser Stellplatz-Verpflichtungen sind – wie der Economist vorrechnet – enorme Kosten für das Bauen und enormer Platzbedarf. In den USA koste die Errichtung eines Stellplatzes pro Fahrzeug in einem Parkhaus zwischen 25.000 Dollar und 35.000 Dollar. Die Bereitstellung des Parkraums erhöhe die Investitionssumme bei Einkaufszentren um 67 bis 93 Prozent.

Weil Stellplatz-Verpflichtungen die Baukosten enorm in die Höhe treiben, entschließen sich immer mehr Kommunen diese aus den Gesetzen zu nehmen. Prominentestes Beispiel: London.

"In 2004 London abolished minimum parking requirements. Research by Zhan Guo of New York University shows that the amount of parking in new residential blocks promptly plunged, from an average of 1.1 spaces per flat to 0.6 spaces."

Es zeige sich, dass die Stellplatz-Verpflichtungen ein Angebot geschaffen hätten, das weit über der tatsächlichen Nachfrage gelegen war: "The parking minimum had boosted supply far beyond what the market demanded."