"Demand for private cars could fall sharply. Starting in the morning, one car could take a child to school, a city worker to his office, a student to her lecture, party people to a club, and a security guard to his night shift, all more cheaply than taxis. Cars that now sit idle could become much more active, which would drastically change parking needs."

Parkpickerl in Europa viel zu billig

Auch mit der Parkraumbewirtschaftung in vielen europäischen Städten geht der Economist-Bericht hart ins Gericht. Die den Anrainern verrechneten Kosten für Parkraum stünden in keiner Relation zu den Quadratmeter-Preisen für Immobilien. Sie seien ganz einfach nicht marktgerecht und viel zu billig. "Kensington and Chelsea charges between £80 ($100) and £219 a year for the right to park anywhere in the borough..."

Diese Parkgebühren zu Dumping-Preisen gibt es bekanntlich auch in Wien: Zwischen 90 und 120 Euro im Jahr kostet das Parkpickerl, je nachdem, für welchen Bezirk die Parkerlaubnis beantragt wird.

So gehört’s gemacht: Tokyo

Wie es anders geht, zeigt die Stadt Tokyo. Dort begann man bereits in den 1950er-Jahren damit, Auto-Lenker dazu verpflichten, einen Garagenplatz anzumieten oder zu kaufen. Heutzutage ist kein Autokauf möglich, wenn der Käufer nicht nachweisen kann, dass er über einen eigenen Parkplatz verfügt.

Und das mit gutem Grund: Der öffentliche Raum steht nicht mehr zum Parken zur Verfügung. "Any vehicle left on the roadside will be removed by the police in the middle of the night."

Fazit

Der Economist zeigt eindrucksvoll, dass wir nicht nur aus verkehrsplanerischen, sondern auch aus ökonomischen Erwägungen den Parkraum in der Stadt drastisch einschränken müssen. Stellplatzverordnungen, die in vielen Städten und auch in Wien gelten, müssen endlich gestrichen werden, damit das Geld sinnvoller genutzt werden kann. Das Parkpickerl in der heutigen Form ist bloß ein zaghafter, erster Schritt in die richtige Richtung, aber die Preise stehen derzeit in keiner Relation zu den Kosten, die diese Blockade des öffentlichen Raums verursacht.