An dieser Stelle gebe ich einen kleinen Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse der Woche aus Radfahrersicht.

Demonstrantinnen mit Schutzmasken beim "Diesel Gipfel" in Berlin - © AP
Demonstrantinnen mit Schutzmasken beim "Diesel Gipfel" in Berlin - © AP

Diesel-Gipfel

In Deutschland endet der sogenannte Diesel-Gipfel mit einem peinlichen Ergebnis. Die Autoindustrie darf sich freuen: Gegen die jahrelangen Schwindeleien mit Abgaswertenwerten wird so gut wie nichts unternommen. Software-Updates sollen die tatsächlichen Abgaswerte näher in Richtung der gesetzlich vorgeschriebenen bringen. Eine Verpflichtung zu technischen Umbauten – nach Meinung von Experten die einige Möglichkeit, die gesetzlichen Emissions-Bestimmungen zu erreichen – kommt vorerst nicht.

Gedanken dazu:

Packelei und Verhaberung von Autoindustrie und deutscher Politik verhindern offensichtlich sachgerechte und zukunftsorientierte Lösungen. Das ist umso bedauerlicher, wenn man um die Schadstoffbelastung in den Städten weiß, die in erster Linie vom Autoverkehr erzeugt wird.

Die Rede ist immer von geprellten Diesel-Fahrern. Aber: Wer bezahlt eigentlich den Schaden, der der Allgemeinheit durch die Dreckschleudern entsteht?

Gebetsmühlenartig wird die Bedeutung der Kfz-Industrie für Deutschland (und Österreich) betont. In Deutschland soll jeder siebente Arbeitsplatz an der Automobilindustrie hängen. Aber wieso rechtfertigt das ein Festhalten an umweltschädlicher Technologie? Würde es den Produzenten schaden, wenn sie Geld und Energie in die Entwicklung von leistungsstärkeren Akkus und die Effizienz von E-Mobilität stecken (und nicht mehr in betrügerische Software-Lösungen? Wie ist es möglich, dass es Dieselskandal und Fahrverbote nicht in die (Wahl-)Programme österreichischer Parteien schaffen – mit Ausnahme der Grünen?

Ex-Landeshauptmann Pröll hatte Fahrradunfall

- © APA (Archiv/Pfarrhofer)
© APA (Archiv/Pfarrhofer)

Wie diese Woche bekannt wurde, hat sich Ex-Landeshauptmann Erwin Pröll am vergangenen Samstag bei einem Fahrrad-Unfall verletzt. Der ÖVP-Politiker war mit seinem Rennrad gestürzt, nachdem er beim Anhalten seine Füße nicht rechtzeitig aus den Clip-Pedalen lösen konnte. Übrigens ein "klassischer" Rennradunfall – ich kenne kaum jemanden, der mit Klickpedalen fährt, dem das noch nie passiert wäre. Ungewöhnlich die schwerwiegenden Folgen von Prölls Umfaller: Er erlitt einen Beckenplatten- und einen Schambeinbruch.

Gedanken dazu:
Ich wusste gar nicht, dass Pröll ein begeisterter Radfahrer ist. Die langjährige Verkehrspolitik in Niederösterreich würde dies nämlich nicht vermuten lassen. Wird doch der Autoverkehr seit Jahrzehnten zulasten umweltfreundlicher Verkehrsmittel privilegiert. So lässt die Beschilderung und Wartung von Radstrecken oft sehr zu wünschen übrig. Vor allem aber fehlt es an einem durchgängigen Radwegekonzept, das Gemeinde-übergreifend umgesetzt wird. Auch die Anbindung niederösterreichischer Radverbindungen an das Wiener Radwegenetz ist äußerst mangelhaft.