Größte Radgarade der Welt

Kürzlich berichtete mein Kollege Michael Ortner für die "Wiener Zeitung" über den Mangel an Fahrradstell-Plätzen in Wien und das zögerliche Ausbauprogramm, das dem tatsächlichen Bedarf nicht gerecht wird.

Wie man es besser machen kann, zeigt die niederländische Stadt Utrecht vor, wo gerade die weltweit größte Fahrrad-Garage errichtet wird. Unter dem Hauptbahnhof sollen auf einer Fläche von 17.100 Quadratmetern bis Ende 2018 12.500 Stellplätze zur Verfügung stehen, berichtet der britische "Guardian". Zum Vergleich: Beim neuen Hauptbahnhof Wien wurden 1.100 Stellplätze errichtet (Quelle: ÖBB).

200 Jahre Fahrrad

200 Jahre ist es her, dass Karl Drais das Ur-Fahrrad, die sogenannte Draisine, konstruierte. Aus diesem Anlass finden in Österreich zahlreiche Events statt. Zum Beispiel dieses sehenswerte Ausstellung auf Schloss Hollenburg bei Krems, über die ich diese Woche im Fahrrad-Blog Freitritt berichtet habe.

Einen historischen Rückblick auf aus heutiger Sicht kuriose Fahrrad-Typen wirft meine Kollegin Barbara Ottawa für die Zeitreisen, das Geschichtsfeuilleton der "Wiener Zeitung".

Leihräder-Sturm auf Wien

Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Wiener City Bike-Systemin die Jahre gekommen ist. Die Citybikes – in dieser Form betrieben seit dem Jahr 2002 – repräsentieren den technischen Stand zur Jahrtausendwende. Später eingeführte Leihradsysteme in anderen Städten sind dem Wiener System vor allem in Bezug auf Dichte der Stationen überlegen: Während etwa in Paris innerhalb eines Radius von zwei Kilometern durchschnittlich 120 Entlehn-Stationen zu finden sind, ist es in Wien nicht einmal ein Viertel davon. Auch verglichen mit Städten wie London, Sevilla oder Brüssel rangiert Wien mit durchschnittlich 31 Stationen im 2-Kilometer-Radius weit abgeschlagen. Mehr dazu in findet sich in diesem Bericht, den ich vor einigen Jahren für die Printausgab der "Wiener Zeitung" verfasst habe. Außerdem blieb der Ausbau des Wiener City-Bike-Systems in den innerstädtischen Bezirken stecken.

Kein Wunder also, dass mit Ofo und Obike zwei neue internationale Anbieter auf den Wiener Markt drängen. Beide Unternehmen arbeiten mit sogenannten offenen Systemen, das heißt sie benötigen keine fixen Stützpunkte mehr. Die Räder stehen irgendwo im öffentlichen Raum herum und werden mittels Handy-App und GPS lokalisiert bzw. aktiviert.

Vorteil: ein breiteres Mobilitätsangebot für Wien und hoffentlich ein Ansporn für die Gewista und die Bezirke, an der weiteren Verbesserung des Wiener Leihradsystems zu arbeiten.

Nachteil: Bald könnten die öffentlichen Radständer der Stadt mit den Leihrädern kommerzieller Anbieter überparkt sein. (Gut möglich auch, dass sich ein großer Teil der Leihräder in naher Zukunft im Donaukanal wiederfindet – dieses Schicksal war ein häufiges für viele Wiener Citybikes der ersten Generation, als es noch keine verriegelnden Ladestationen und keine Registrierung mit Kreditkarte gab.) Die Radlobby merkt weiters kritisch an, dass sich die "hunderte Leihräder ohne entsprechende Verschublogistik und Controlling an neuralgischen Punkten (z.B. Ubahn-Stationen) häufen werden und an anderer Stelle fehlen"