Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung". - © Wiener Zeitung
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Schnee und Kälte sind die perfekten Voraussetzungen zum Radfahren in der Stadt. Hier steht, warum.

Normalerweise ist der Hof vor dem Impact-Hub-Vienna (dem Gemeinschaftsbüro, in dem ich meistens arbeite) voller Fahrräder. So voll sind Hof und Fahrradständer, dass  man häufig nur schwer einen Stellplatz findet. Gestern standen hier gerade einmal drei Fahrräder herum. Eines ist meines, die anderen beiden sind offenbar schon länger hier – denn sie sind beide mit einer respektablen Schneeschicht bedeckt. Stichwort Schnee: Die erste derartige Wetterlage in diesem Jahr und die Temperatur von zwei Grad veranlassten wohl viele meiner Kolleginnen und Kollegen, die Räder daheim zu lassen. Schade eigentlich: denn wer jetzt nicht mit dem Fahrrad fährt, verpasst die wahrscheinlich beste Zeit dafür. Hier zehn Gründe, warum der Winter fürs Radeln die beste Jahreszeit ist.

1. Die Stadt ist leiser und schöner

Angezuckert die Wege, der Schnee dämpft die Abrollgeräusche der Autos, wo sonst Beton und Asphalt das Auge ermüden: jetzt frisches Weiß. Für ein paar Stunden, bis alles als patzig-graue Pampe herumliegt, sieht die Stadt richtig schön aus.

2. Pünktlich

Mein Weg in den 7. Bezirk führt mich den Donaukanal entlang, durch die Innere Stadt, die Mariahilfer Straße hinauf bis in die Lindengasse. Im Regelfall dauert das 15 bis 20 Minuten, je nach gewählter Route. Bei verschneiter Fahrbahn – so wie heute – nehme ich mir etwas mehr Zeit. Dennoch ist die Dauer der Anfahrt exakt kalkulierbar. Stau ist ebenso wenig ein Faktor wie eine Betriebsstörung der U-Bahn.

3. Schadenfroh

Unterwegs fahre ich an jenen vorbei, die der Meinung waren, bei Schnee müsse man mit dem Auto fahren. Sie sitzen jetzt fremdbestimmt im Stau fest und verbrennen dabei Benzin. Regelmäßig reißt einem die Geduld: Der fährt dann bei gelbrot in eine Kreuzung, die er aufgrund des dichten Verkehrs nicht mehr rechtzeitig queren kann, wodurch er in der nächsten Ampelphase den Querverkehr blockiert. Dann ärgeren sich alle noch mehr. Ich sehe mir dieses absurde Treiben an, während ich daran vorbei gleite.

3. Freie Fahrt auf den Radwegen