In vielen Lastenrädern können mehrere Kinder mitgenommen werden - © European Cyclists' Federation
In vielen Lastenrädern können mehrere Kinder mitgenommen werden - © European Cyclists' Federation

Für viele überzeugte Radfahrer bricht mit der Elternschaft ein neues Zeitalter an. Was früher einfach und problemlos möglich war, erscheint – mit dem Nachwuchs an Bord – deutlich komplizierter.  Um den Einstieg ins Radfahren mit Kindern zu erleichtern, liste ich an dieser Stelle einmal die verschiedenen Möglichkeiten des Kindertransports auf. Ich habe mit meinem kleinen Sohn alle genannten Varianten ausprobiert. Natürlich hat sich dabei für uns eine persönliche Präferenz ergeben. Ich versuche dennoch, die Vor- und die Nachteile so objektiv wie möglich darzustellen.

Option 1: der Anhänger

Wer ein Neugeborenes oder ein Baby im Alter von bis zu einem Jahr transportiert, für den ist dies wahrscheinlich die beste und einzige Option. Kombiniert mit einer Baby-Hängematte, reiten Sohn oder Tochter wie auf Wolken durch die Stadt. Durch den Überrollbügel aus Aluminium, Sicherheitsgurte und – gegebenenfalls – die Hängematte stimmen Komfort und Sicherheit.  Qualitätsträger wie der an unserem Croozer XXXX  - ich habe ihn samt Zubehör auf Will Haben für 800 Euro gekauft - haben außerdem ein Federungssystem, das an das Gewicht des Kindes angepasst werden kann.



Gute Option: Kindertransport mit dem Lastenrad - © Matthias Bernold
Gute Option: Kindertransport mit dem Lastenrad - © Matthias Bernold

Für viele Menschen gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass das Kind relativ weit weg und außerhalb des Gesichtsfeldes in einem eigenen Anhänger sitzt. Außerdem erfordert das Fahren mit Anhänger eine angepasste Fahrweise, die der erhöhten Breite des Gespannes Rechnung trägt.

Was auf den ersten Blick gefährlicher wirkt als der Transport auf dem eigenen Fahrrad, erweist sich – wenn man die Sache durchdenkt – als Vorteil. Im Falle eines Sturzes des Elternteils kippt nicht automatisch auch der Anhänger um. Selbst wenn das Worst-Case-Szenario eintritt und sich der Kinderanhänger überschlagen sollte, ist das Kind im Anhänger durch die Konstruktion besser geschützt.



Geschützt vor Wind und Winter-Wetter: Kleinkind im Anhänger - © Matthias Bernold
Geschützt vor Wind und Winter-Wetter: Kleinkind im Anhänger - © Matthias Bernold

Weitere Vorteile: Im Anhänger ist Platz, um Einkäufe und Kinderzubehör wie Trinkflaschen, Picknick-Decke und Windelarsenal unterzubringen. Das Kind ist bestens vor Wind, Wetter und Sonneneinstrahlung geschützt. Und: Einschlafen ist kein Problem, hier kippt keine Halswirbelsäule gesundheitsschädlich auf die Seite.

Nachteil: Der Anhänger braucht mehr Platz als ein Kindersitz auf dem Fahrrad. Für Ausfahrten muss er ans Rad gekoppelt werden. (Geübte brauchen hierzu maximal fünf Minuten.)