Chihuaha-Hündin Lila unterwegs. - © Alexia Weiss
Chihuaha-Hündin Lila unterwegs. - © Alexia Weiss

Seit eineinhalb Jahren haben wir ein vierbeiniges Familienmitglied: Eine Chihuahuahündin namens Lila. Lila bereichert unseren Alltag auf vielen Ebenen: Einerseits will sie in einer Tour geknuddelt werden und immer noch ertappen wir uns dabei zu sagen, "ist sie nicht süüüüß" oder "schau mal, wie herzig sie dreinschaut" oder auch "so ein verrücktes Huhn", wenn sie mit ihren Plüschtieren durch die Wohnung fetzt. Andererseits gehen wir nun alle viel öfter spazieren und ich kenne inzwischen in der Gegend jede Straße und jedes Haus. Ärzte empfehlen, täglich mindestens 10.000 Schritte zu gehen, um fit und gesund zu bleiben. Wer einen Hund hat, weiß: das ist eine leichte Aufgabe. Wenn ich abends einen Blick auf die Schrittstatistik auf meinem Handy schaue, dann ist diese Marke meist erreicht.

Lila ist ein bisschen so etwas wie das Baby der Familie und auf Grund ihrer Kleinheit wird sie das wohl auch immer bleiben. Dass es Menschen gibt, die auch vor so einem Zwutschgerl Angst haben, muss man respektieren und entsprechend handeln. Ist es aber auch zu tolerieren, wenn andere einen als Hundehalter als potenziell verflucht bezeichnen? In der kleinen Stadt Elad nahe Tel Aviv haben diesen Juni mehr als ein Dutzend Rabbiner einen Erlass unterzeichnet, der das Halten von Hunden in der Stadt verbietet. Darin wird festgehalten, dass Hunde schlecht seien – argumentiert wird das mit ihrem Bellen. Hunde würden Menschen, die sie nicht kennen, verbellen und seien daher, selbst wenn sie nicht beißen, schlecht. Zudem sei jeder, der einen Hund halte, verflucht und das besonders in einer Stadt wie Elad, in der sich viele Frauen und Kinder vor Hunden fürchten würden.

500.000 Hunde in Israel

Gleichzeitig steigt gerade in Israel die Zahl der Hunde von Jahr zu Jahr – für 2018 veröffentlichte das zuständige Landwirtschaftsministerium Zahlen, wonach es im Vorjahr im ganzen Land rund 500.000 registrierte Hunde gab. 36.000 von ihnen lebten in Tel Aviv, jeweils um die 15.000 in Rishon Lezion und Haifa. Aber auch in Jerusalem waren knapp 14.000 Hunde registriert. Besonders beliebt sind Shih Tzus und Pekinesen, beides eher kleine Hunderassen. An dritter Stelle der israelischen Hundestatistik befindet sich aber bereits der deutsche Schäferhund.

Wie ist das also nun mit dem Hundehalten im Judentum? In Tora und Talmud finden sich negativ und positiv besetzte Passagen zu den Tieren. Schaut man in der Geschichte zurück, dann stimmt es, dass das Zusammenleben mit Hunden in jüdischen Familien lange Zeit nicht besonders populär war. Die Halacha, das jüdische Religionsgesetz, verbietet das Halten von Hunden nicht. Dennoch sind es auch heute vor allem säkular oder nicht so religiös lebende Familie, die sich für einen Hund entscheiden.