Der Krisenstab der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien hatte in den vergangenen Tagen wieder alle Hände voll zu tun. Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass sich einige Mitglieder der jüdischen Gemeinde mit dem Coronavirus infiziert haben, will man seitens der Gemeindeführung alles tun, um eine Clusterbildung in Synagogen oder jüdischen Einrichtungen wie Kindergärten oder Summercamps an Schulen vorzubeugen, wie Benjamin Nägele, Generalsekretär der IKG Wien und ein Vertreter des Krisenstabs, am Dienstag gegenüber der Wiener Zeitung betonte. Derzeit seien rund eine Handvoll Gemeindemitglieder mit dem Virus infiziert, sie hätten sich nach derzeitigem Stand in privatem Rahmen angesteckt. Alle positiv Getesteten seien derzeit in Quarantäne, alle zeigten bisher einen leichten Verlauf.

Worum sich die Kultusgemeinde seit Beginn der Pandemie bemühte: vorzusorgen, dass es etwa beim Gebet in Synagogen oder an den jüdischen Schulen und anderen Einrichtungen, allen voran dem Maimonides Zentrum (MZ), dem Elternheim der Gemeinde, zu keinen Ansteckungen kommt. Bisher ist das gut gelungen, es gab in der Anfangszeit vereinzelte Infektionen und bisher nur einen Todesfall zu beklagen – im Frühjahr starb ein betagtes Gemeindemitglied an Covid-19. Nun entschied der Krisenstab, die Corona-bedingten Maßnahmen wieder zu verstärken, um dafür zu sorgen, dass dies so bleibt.

In allen geschlossenen Räumen ist ab Dienstag wieder ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen: das gilt für Synagogen und Betstuben ebenso wie für jüdische Geschäfte und koschere Supermärkte sowie Restaurants (Gäste können am Tisch die Maske dann abnehmen). Face Shields seien keine geeignete Alternative, wird betont, da sie keinen ausreichenden Schutz böten. Und: Masken würden eben nur schützen, wenn sie von allen getragen werden. Darüberhinaus werden die Gemeindemitglieder angehalten, Abstand zu haushaltsfremden Personen zu halten: und zwar 1,5 Meter, und das nicht nur in Räumen, sondern auch im Freien.

Nägele betonte zudem, dass nun alles daran gesetzt werde, um mögliche Kontakte der positiv auf das Coronavirus Getesteten zu eruieren und ebenfalls zu testen. Unter den Betroffenen fänden sich sowohl Kinder als auch Erwachsene und ältere Personen. Hier spiegle sich auch die allgemeine Entwicklung in Österreich und ganz Europa wider, sagt der IKG-Generalsekretär: nach Ende des Shutdowns und der Lockerung der Maßnahmen steige die Anzahl der Infektionen wieder leicht an. Daher wolle man nun auch seitens der jüdischen Gemeinde rasch reagieren und gegensteuern.