"Die letzten Zeugen" hieß eine beeindruckende Burgtheaterproduktion, für die Doron Rabinovici und Matthias Hartmann erstmals 2013 die Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden auf die Bühne brachten und diese anschließend selbst mit ein paar Worten vor das Publikum traten. Inzwischen sind ein paar der damals Mitwirkenden bereits verstorben: Ari Rath zum Beispiel und Vilma Neuwirth, Ceija Stojka verstarb bereits vor der Premiere. Andere sind noch am Leben, wie Marko Feingold oder Rudolf Gelbard. "Die letzten Zeugen" sind genau das: Die letzten, die bezeugen können, was damals geschah, in der Zeit des NS-Unrechtsregimes, als Menschen nur auf Grund ihrer Herkunft ermordet werden durften, ermordet werden sollten.

Alexia Weiss - © Paul Divjak
Alexia Weiss - © Paul Divjak

Anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktags lädt das Erinnerungsbündnis "Jetzt Zeichen setzen!" auch heuer wieder zu einer Feier im Andenken an die Opfer der Schoa. Diese wird allerdings nicht wie in den Vorjahren am Heldenplatz stattfinden, sondern in der Diplomatischen Akademie. Antworten finden wollen die Veranstalter dabei auf die Fragen, wie eine Erinnerungskultur aussehen kann, die keine Zeitzeugen und Zeitzeuginnen mehr hat und was die noch lebenden Zeuginnen und Zeugen für Erwartungen an die nächsten Generationen haben.

In der Holocaust education setzt man sich damit schon seit Jahren auseinander, aus ganz praktischen Gründen: Wie vermittelt man jungen Menschen das Unaussprechliche, wenn niemand mehr davon erzählen kann? Seit Mitte der 1990er Jahre trug beispielsweise das von Steven Spielberg begründete "USC Shoah Foundation Institute for Visual History and Education" in Los Angeles an die 52.000 Interviews mit Überlebenden zusammen, die in 36 Sprachen und in 56 Ländern aufgenommen wurden. In Österreich wurden dabei rund 180 Gespräche aufgezeichnet, weltweit wurden mit weiteren 1.200 ehemaligen Österreichern und Österreicherinnen Interviews geführt.

Feldner-Busztin Rednerin beim Holocaust-Gedenktag

Erinnern.at, die Plattform für Erinnerungsarbeit des Bildungsministeriums, hat vor ein paar Jahren aus den Aufzeichnungen mit österreichischen Überlebenden 13 ausgewählt und daraus die DVD-Edition "Das Vermächtnis" gestaltet. Eine, die hier zu Wort kommt, ist Helga Feldner-Busztin – sie ist nun auch Rednerin des diesjährigen Holocaust-Gedenkens am 27. Jänner.