Was ist in solchen Debatten dann sofort zu vernehmen? Israel-Kritik muss möglich sein und es ist nicht alles antisemitisch. Ihr macht es euch auch zu einfach. Eine bisschen dickere Haut wäre schon gut. Eine schwierige Gemengelage, das. Und eine nicht aufzulösende. Für mich ist die Karikatur in der SZ ebenso antisemitisch wie Chorherrs verbale Abwertung Nettas.

Und wenn solche redaktionellen Beiträge erscheinen, dann braucht man sich über die Kommentare in Foren und sozialen Medien gar nicht wundern. Oder darüber, dass jemand auf eine Installation in einer Wiener U-Bahn-Station, die an den Holocaust erinnert, dieser Tage das Wort "Gaza" schmierte. Wo soll da der Kontext sein? Aber, siehe oben: Israel als Aggressor ist in der Debatte omnipräsent. Auf den Drachen, die jüngst mit brennenden Gegenständen versehen von Gaza über die Grenze nach Israel geschickt wurden, waren teils auch Hakenkreuze gemalt. Die Bilder sind einprägsam, die Botschaft ist angekommen. Wird es jemals anders sein?