Aber ein Hakenkreuz, sei das nicht doch etwas anderes, etwas Gravierenderes als eine andere Schmiererei, will ich von dem Burgherrn wissen. Nicht zuletzt sei da ja auch das Verbotsgesetz (wiewohl es sich, wie jedenfalls Khevenhüller-Metsch eingangs betonte, um ein Hakenkreuz aus der NS-Zeit handelt, und da läge der Tatbestand der Wiederbetätigung nicht vor). Als ich das Wort Verbotsgesetz ausspreche, wird der Burgherr emotional: "Es soll nur einer kommen und sagen, ich verstoße gegen das Verbotsgesetz. Denn wenn ich dann mit einem Presslufthammer den Putz herunterhole, dann stehe ich in den Medien als Vandale da. Und was würde der Denkmalschutz sagen?"

Würde einer seiner Mitarbeiter heute Nazi-Sprüche von sich geben, würde er diesen sofort kündigen, betont Khevenhüller-Metsch. "So etwas ist untragbar." Aber Geschichte sei Geschichte. Und hier Dinge immer wieder aufzuwühlen, "was will man damit erreichen". Und: "Fahren Sie nach Indien, da haben sie überall Hakenkreuze." Aber sei das nicht etwas völlig anderes? Nein, meint der Burgherr. Die Ideologie des Nationalsozialismus, die Verfolgung von Juden, das sei aber natürlich abzulehnen. Wie auch heute jegliche Verfolgung bestimmter Personengruppen abzulehnen sei.

Über Prioritäten

Das Hakenkreuz an der Außenbefestigung auf dem Weg zur Burg Hochosterwitz wird wohl auch künftig sichtbar sein. Wie Khevenhüller-Metsch in dem Gespräch klar machte, sei es zwar ein Ärgernis, die Entfernung habe aber angesichts der finanziellen Probleme keine Priorität. Nun ist Prioritätensetzung eine individuelle Angelegenheit und ja, wenn ich ein Hakenkreuz sehe, dann hat das Klären der Hintergründe und am Ende die Entfernung höchste Dringlichkeit. Es mag sein, dass manche das als persönliche Befindlichkeit abtun, doch das sehe ich anders. Der Umgang mit der NS-Zeit ist keine persönliche Befindlichkeit. Und an einer Sehenswürdigkeit wie der Burg Hochosterwitz sollte einfach kein Hakenkreuz prangen. Da muss es doch eine Lösung geben, die auch im Einklang mit dem Denkmalschutz steht.