"Der Islam ist kein Teil Österreichs" – was nicht heiße, dass nicht einzelne Muslime Teil Österreichs sein könnten, sagt FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer. Wenn man der aktuellen Entwicklung nichts entgegensetze, seien 2050 von den Null- bis Zwölfjährigen 50 Prozent muslimisch. Seiner Meinung nach gelte es hier Haltung zu zeigen: indem etwa Menschen, die nach Österreich kämen, nicht sofort vom Staat unterstützt würden. Das zahlreich erschienene Publikum applaudiert.

"Wir erleben, dass heute islamistische Strukturen und Vereine von der politischen Linken gefördert werden und man schweigt", sagt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Der Faschismus der Neuzeit sei der politische Islam, also der Islamismus. Und dieser habe Weltherrschaftsanspruch. Wenn sich die Demographie wie bisher fortsetze, dann sei das "der Untergang Europas".

"Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass immer dann, wenn jemand schreit, ‚Allah ist groß‘, gesagt wird, mein Gott, er hat psychische Probleme", sagt Hofer. "Ich bin nicht bereit, zu diskutieren, ob wir in Europa Kinderehen zulassen oder nicht." IS-Rückkehrer sozialarbeiterisch zu betreuen oder IS-Sympathisanten an der Ausreise zu hindern: auch das sei der falsche Weg. Wer sich für den IS entscheide, habe die österreichische Staatsbürgerschaft zu verlieren "und darf nie mehr einreisen".

Das FPÖ-Bildungsinstitut lud Montag Abend zu einem Podium zum Thema "Haben wir aus der Geschichte gelernt? Neuer Antisemitismus in Europa" ins Grand Hotel in Wien. Zur Imagepolitur beitragen sollten zwei Gäste aus Israel: der ehemalige Likud-Abgeordnete Michael Kleiner und Rafi Eitan, früherer Chef des Geheimdienstes Lakam, früherer Knesset-Abgeordneter (Pensionisten-Partei), Minister im Kabinett Ehud Olmert, vor allem aber 1960 Leiter der Mossad-Operation zur Verhaftung Adolf Eichmanns in Argentinien.

"In Yad Vashem mit Burschideckerl – kosher wie ein Schinkenfleckerl", "Ich bin kein Feigenblatt", "Wir kaschern euch nicht": eine Gruppe jüdischer Jugendlicher hatte in einem stillen Protest vor Beginn der Veranstaltung das zum Ausdruck gebracht, was sie von der FPÖ-Veranstaltung just in Erinnerung an die Novemberpogrome 1938 hielten.

Im Saal dann schwirrten mir ähnliche Gedanken durch den Kopf. Die Wiener FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel beklagte die von langer Hand durch die Nazis geplanten Pogrome, den Horror der Nacht vom neunten auf den zehnten November 1938, in der bereits hunderte Juden in den Tod getrieben worden seien. Sie beschreibt die Novemberpogrome als "Auftakt zum Holocaust, dem sechs Millionen Juden zum Opfer gefallen sind."