Vor etlichen Jahrzehnten wurde auf Ibiza ein Schriftsteller geboren, der demgemäß mittlerweile ein ziemlich reifes Alter erreicht hat. Nun blickt er auf eine Episode aus seinem Leben zurück und hat sie in einen Roman verpackt, der auf eine sehr zurückhaltende Art und Weise eine kleine literarische Sensation darstellt (Vicente Valero: Übergänge.Roman. Übersetzt von Peter Kultzen, Berenberg Verlag, Berlin 2019, 87 S.). Hier schaut einer auf die Kindheit, sozusagen in zwei Etappen. Erzählt wird von dem seinerseits schon zwei Jahrzehnte zurückliegenden Begräbnis Ignacios, eines Freundes aus Kinderzeiten, als die überlebenden drei aus der ursprünglichen Viererbande, sich gemeinschaftlich einen argen Rausch ansaufend, jener Zeit gedenken, vor allem der denkwürdigen Tage im Spätherbst 1975, als die Zwölfjährigen, die immer nachmittags zusammenkamen, um im Arbeitszimmer von Ignacios verstorbenem Vater zu spielen, dort die gut versteckten Pornohefte des Verblichenen entdecken, die sie zerschnipseln und die einzelnen Blätter an ihre Mitschüler verscherbeln, ein lukratives Handelsgeschäft, das, wie zu erwarten, nach vierzehn Tagen auffliegt.

Die vier werden vor den Schuldirektor zitiert, verhört, geohrfeigt, beschimpft, nach Stunden schleichen sie nach Hause, voll Furcht und Schrecken, was ihnen am nächsten Tag alles blühen wird - doch in der Früh kommt die Nachricht, während der Nacht sei Franco gestorben und nun jedenfalls und abgesehen von allem anderen auf drei Tage kein Schulunterricht. . . Ein zauberhaftes kleines Buch über ein mir fernes Ferienparadies im Wandel der Zeiten und jenes auch mir mittlerweile ferne Lebensalter.