Verschmitzt-gerissener Autor mit Welterfolg: David Foenkinos - © dva/privat
Verschmitzt-gerissener Autor mit Welterfolg: David Foenkinos - © dva/privat

Was einem als Autor alles passieren kann! Davon erzählt David Foenkinos schon in seinen Büchern mit reger Phantasie. Dabei geschehen dem französischen Schriftsteller auch im eigenen Leben die seltsamsten Dinge. So war er etwa vor kurzem in Regensburg zu Gast, wo sein neuer Roman, "Das geheime Leben des Monsieur Pick" (DVA), vorgestellt wurde. Und da stand nach der Lesung plötzlich ein Mann auf und sagte, das Buch sei gut, aber auf Deutsch sei es noch viel besser, weil es nämlich von seinem Sohn (Christian Kolb) übersetzt worden sei.
Das nennt man Vaterstolz!

Foenkinos erzählte die Episode nunmehr in Köln, wo er bei der lit.Cologne auftrat. Dort war es wiederum ein Baby, das sich gleich zu Beginn der Veranstaltung lautstark bemerkbar machte. "Meine Leser werden auch immer jünger", meinte der Autor lachend, und versprach dem Schreihals ein Freiexemplar plus Widmung.

Tatsächlich verteilt sich das Publikum dieses Bestsellerautors (so verkaufte sich sein bisher erfolgreichster Roman, "Nathalie küsst" – auch als Film mit Audrey Tautou bekannt geworden –, alleine in Frankreich über eine Million Mal) quer durch alle (Alters-)Schichten, auch international. (Übersetzungen in über 40 Sprachen.)

In dem neuen Buch, das in Auszügen vom Schauspieler Bjarne Mädel (was für ein Name!) hinreißend vorgelesen wurde (schon wieder stahl ein Deutscher dem Franzosen die Show!), geht es um eine höchst aparte literarische Phantasie. Foenkinos greift die Idee des amerikanischen Schriftstellers Richard Brautigan (aus dessen Roman "Die Abtreibung", 1971) auf, nämlich eine Bibliothek für abgelehnte Manuskripte einzurichten. (Tatsächlich wurde später, nach Brautigans Tod, eine solche Bibliothek in den USA eröffnet).

Eine solche Institution gibt es in "Das geheime Leben des Monsieur Pick" nun  buchstäblich am Ende der Welt, im Finistère, in der kleinen bretonischen Gemeinde Crozon. Dort lagern unentdeckte Werke mit obskuren Titeln wie "Masturbation und Sushi", eine angeblich "erotische Ode an einen rohen Fisch". Und dort wird eines Tages von einer jungen Lektorin (mit dem wiederum wunderbaren Namen Delphine) auch ein Manuskript entdeckt, "Die letzten Stunden einer großen Liebe", das sich schließlich zu einem veritablen Bestseller mausert. Verfasst hat den Roman ein gewisser Henri Pick, von dem man anfänglich nicht viel mehr weiß, als dass er vor zwei Jahren verstorben ist – und davor über vierzig Jahre Pizzabäcker in Crozon war.