Der Sommer macht depressiv, da muss man nicht gerade Bauer sein und über dürre Felder blicken. Sonne und Hitze sind eine Kombination, die seit jeher ans Gemüt geht. Wie sonst könnte man so viele Songs erklären, die sich mit diesem Thema beschäftigen?

Schon 1958 rockte sich Eddie Cochran trübsinnig in "Summertime Blues" durch den Sommer. Wenig Spaß, viel Arbeit, so der Tenor des Songs. Cochran, der nur wenige Jahre später in Großbritannien bei einem Autounfall verstarb, hatte damit seinen größten Erfolg.

Der Sommer-Blues hat danach viele Künstler erfasst, von den Who bis zu Olivia Newton-John. Über 50 Jahre später überkam dann Lana Del Rey eine andere sommerliche Wehmut. Der Geliebte verabschiedet sich und die laszive Sängerin wird in "Summertime Sadness" von Traurigkeit und Sehnsucht geplagt. Ähnliche Gefühle drückten auch die Motels ("Suddenly Last Summer") oder Bananarama ("Cruel Summer") in ihren Sommer-Songs aus.

Ein "wunderbarer" Sommer auf einen einsamen Strand lässt in Franco Battiato dagegen drastischere Gedanken keimen. In seinem Hit "Summer On A Solitary Beach", der international von Alice bekannt gemacht wurde, hat er nur einen Wunsch - im Meer zu ertrinken. Der tropischen Hitze auf dieser Art und Weise zu entfliehen, davon träumen wohl nur wenige.

Meist geht es, wie es Ideal in den 80er Jahren vermuteten, den Künstlern wohl nur um ein simples, allzu menschliches Problem. "Jeder denkt das eine, doch dafür ist's zu heiß", sang die Band um Annette Humpe in "Sex in der Wüste".