Die amerikanische Musikindustrie hat sich dieser Tage in Los Angeles abgefeiert. Neben den zahlreichen Grammy Awards, die an die angesagten Hitparadenstürmer gingen, gab es auch Preise für das Lebenswerk. Neben den Beatles, die 50 Jahre nach ihrem legendären Auftritt in der Ed Sullivan Show prämiert wurden, und der deutschen Avantgarde-Band Kraftwerk erhielt auch der Singer/Songwriter und Schauspieler Kris Kristofferson einen "Lifetime Achievement Award". Zudem durfte der 77-Jährige auch bei der Grammy-Feier auftreten und sang gemeinsam mit Willie Nelson, Merle Haggard und Blake Shelton einige Songs. Dies zur großen Freude der anwesenden Pop-Prominenz wie etwa Sean Lennon, Katy Perry oder Beyonce, die sich über die Darbietung freute und brav mitschunkelte.

Drei Grammys hat der Texaner bereits zu Beginn der 70er Jahre erhalten, einen als Songwriter, zwei gemeinsam mit seiner Ex-Frau Rita Coolidge.  Nun folgt 44 Jahre nach Erscheinen des Debüt-Albums "Kristofferson" der Ehren-Grammy.  Kristofferson ist im letzten Jahrzehnt auch von jüngeren Künstlern wieder entdeckt worden. Oft über den Umweg von Coverversionen. Diverse Tributalben sind erschienen und Künstler wie Norah Jones haben seine Songs neu interpretiert. Auch durfte der kritische Geist, der als liberal gilt, 2011 im Weißen Haus seinen größten Hit "Me and Bobby McGee" singen.

Kristofferson nimmt es mit Demut und Humor. Von Ringo Starr geherzt und von vielen Kollegen geschätzt zu werden, hat dem "silberzüngigen Teufel" (wie er sich einst in einem Song selbst bezeichnete) sichtlich gerührt.