Die Rock- und Pop-Musik wird immer stärker von Frauen bestimmt. Vorbei sind die Zeiten, in denen sie nur brav als Sängerinnen unter männlicher Führung die Hitparaden stürmten. Obwohl Gesangsgruppen wie The Supremes oder The Emotions auch heute noch hörenswert sind. Spätestens seit den 70er Jahren greifen die Damen nicht nur zu Gitarre, Mundharmonika und Geige, sondern geben den Rhythmus mit Schlagzeug und Bass vor - und dies auch in rein weiblichen Rock-Gruppen.

Eine der ersten Damen-Bands, die international bekannt wurde, war Fanny. Die US-Amerikanerinnen hatten zu Beginn der 70er Jahre auch in Europa eine Fan-Gemeinde, da sie als Vorgruppe von Bands wie Slade oder Jetho Tull auftraten. Im deutschsprachigen Raum wurden sie auch durch einen Gig im legendären Beat Club bekannt. Als Fan entpuppte sich in den 90er Jahren kein Geringerer als David Bowie.

Während The Runaways in den USA so bekannt wurden, dass vor wenigen Jahren ihre Karriere sogar mit Kristen Stewart und Dakota Fanning in den Hauptrollen verfilmt wurde, hatte Europa recht wenig für die Band über. Erst einige Jahre nach dem Ende der Band schaffte es Joan Jett, auch hierzulande die Hitparade zu stürmen. Dabei hatten The Runaways all das, was den Erfolg ausmachen (kann). Einen schlechten Ruf, der von Sex, Alkohol- und Drogenkonsum herrührte, wie es sich für Rock-Bands nun einmal so gehört.

Zu Beginn der 80er Jahre wurde es wieder fröhlicher. The Go-Go's verbreiteten kalifornischen Gute-Laune-Pop, hatten aber im deutschsprachigen Raum ebensowenig Erfolg. Parallele zu The Runaways: Sängerin Belinda Carlisle schaffte dies dann als Solokünstlerin.

Erst der Band The Bangles gelang es, weltweit die Hitparaden zu stürmen. Sie hatten nicht nur etliche tolle Eigenkompositionen, sondern in einem Fall auch die Unterstützung von Prince, der für sie den Hit "Manic Monday" schrieb. Sängerin Susanna Hoffs lieferte dann mit "Eternal Flame" den letzten großen Hit der Band ab, scheiterte aber mit der Solo-Karriere.

Eine der am längsten funktionierenden Damen-Gruppen sind Shonen Knife. Die Japanerinnen machen es den Rolling Stones nach und sind noch immer aktiv. Die Band wurde 1981 gegründet und hatte ihren großen Durchbruch zu Beginn der 90er Jahre, als sie als Vorgruppe von Nirvana auftrat. Ihr für westliche Ohren unkonventioneller Pop/Rock ist fesselnd und faszinierend zugleich.