In Brunei müssen Homosexuelle mit der Steinigung rechnen. In den USA wurden 2019 bereits fünf schwarze Transgender-Frauen brutal ermordet. Tragische Geschichten von Menschen, die sich zu ihrer persönlichen Geschlechtsorientierung bekennen und diese leben, gibt es viele und der Weg zu geschlechtlicher Gleichberechtigung ist voller Tragödien.

Die Taiwanesin Jennifer Chang und die US-Amerikanerin Lisa Dazols wollen eines Besseren belehren. Die beiden sieht man ausschließlich strahlend und einander inniglich umarmend. Sie haben sich vor über 12 Jahren kennengelernt und 2013 legal in San Francisco geheiratet. Ihr Glück als kleine Regenbogenfamilie krönt die gemeinsame Tochter Charlie Grace. Momentan leben die beiden in Zürich.

Prinzip: Hoffnung

Jennifer hat sich im Alter von 16 Jahren geoutet. Ihre Eltern waren entsetzt, viele Freunde haben sich von ihr abgewandt. Lisa wiederum war sich ihrer geschlechtlichen Einstellung schon sehr bald bewusst. Immer wieder haben sich die beiden gefragt, wie es wohl Ihresgleichen in unterschiedlichen Ländern geht. Also haben sie sich auf den Weg gemacht und dafür 15 Länder bereist und 80.000 Kilometern zurückgelegt. Ein Ergebnis ist der Film "Out and Around". Im Film betonen sie immer wieder wie wichtig das Prinzip Hoffnung ist.

Dominoeffekt ist wichtig

Für Dazols und Chang gibt es nichts Normaleres als zwei glückliche Menschen, die zu ihrer eigenen Geschlechtsidentität stehen, egal ob man sie lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender bezeichnet. Und sie tragen eine essentielle Botschaft nach außen: Es kommt auf eine gewisse Dynamik, Solidarität und die Aufklärungsarbeit an. Glück soll ansteckend sein, ein Outing kein Grund für Diskriminierung. Jeder Mensch habe die Chance verdient hat, sich zu seiner Sexualität zu bekennen, sie zu leben und glücklich zu sein.

Dazols und Chang meinen, dass sich die unterschiedlichsten Länder gegenseitig als Vorbild für Gleichberechtigung nehmen sollen. Denn nur so gebe es einen bestmöglichen Dominoeffekt. "Als Nepal gegen die Diskriminierung von LGBT-Individuen vorging, kam auch Indien voran. Als Argentinien die Ehe öffnete, folgten Uruguay und Brasilien. Als Irland 'Ja' zur Gleichstellung sagte, hielt die Welt kurz inne", meinen die beiden. Ihr großes Interesse gilt so genannten Supergays: Das sind jene Menschen, die sich mutig und stark geben, die zu sich selbst und ihrer Überzeugung stehen und andere ermutigen, ihnen gleich zu tun.