Buchautor, Vortragender und Reisender: Bernhard Moestl. - © ser
Buchautor, Vortragender und Reisender: Bernhard Moestl. - © ser

Schon als Kind wollte Bernhard Moestl wissen, wie es woanders ausschaut, wie es dort riecht, wie es sich anfühlt, anzukommen. In den vergangenen vierzig Jahren hat sich der Österreicher mit Wahlheimat in Rumänien diesen Traum erfüllt und mit seinen Büchern in die Herzen von einem Millionenpublikum geschrieben. Wie er das geschafft hat und warum es immer sinnvoll ist, chinesische Weisheiten parat zu haben, hat er der "Wiener Zeitung" im Gespräch erzählt.

"Wiener Zeitung": Herr Moestl, warum lächeln Sie?

Bernhard Moestl: Sie lächeln ja auch. Sehen Sie, es kommt immer auf die innere Haltung an. So können wir entspannt durch das Gespräch gehen. Es ist immer ratsam, sich auf den anderen einzulassen.

Was halten Sie von einer entspannten Diskussionskultur?

Buddha hat einmal gesagt: "Der Geist ist alles. Was du denkst, das bist du." Das ist das Prinzip der Shaolin. Ich nutze es und bin entspannt.

Wie "entspannt" gehen Sie auf andere Kulturen ein?

Ich nenne Ihnen das Beispiel von einem deutschen Manager, der zu einem Chinesen sagt: "Du hast morgen um 7 Uhr im Büro zu sein." Der Chinese hat aber keine Zeit oder Lust darauf. Was glauben Sie, was passiert? Der Chinese sagt nur einmal: "Das wird schwierig." Wenn der Andere das nicht versteht oder zu streiten beginnt, lässt er sich nicht darauf ein, sondern sagt: "Ha, ja, alles klar." Und kommt dann einfach nicht. Auch wenn der Deutsche sagt, das steht in deinem Vertrag: Der Chinese kommt jedoch nicht. Er streitet nicht, er diskutiert nicht, er kommt einfach nicht. Er sagt nur jaja. Deswegen ist China auf der ganzen Welt so erfolgreich und wird es auch bleiben.

Sie tendieren dazu, die Dinge nüchtern und sachlich, verfeinert mit chinesischen Weisheiten, zu erklären.

Mich interessiert nicht, wenn jemand sagt: Das ist so. Ich will wissen, warum es so ist. Ich erwähne hier ein Beispiel aus Asien. Ein Vietnamese sagte mir einmal: Wenn uns jemand verbietet, es vor dem Haus zu machen, dann machen wir es halt hinter dem Haus. Und genau so sind die Chinesen. Ich werde oft gefragt: Was ist der Unterschied zwischen einem Asiaten und einem Europäer: Der Europäer fragt, ob es geht und der Asiate fragt, wie es geht.