Das hat jede Frau schon erlebt…

Nun sind die Frauen im Weißen Haus diesem weltweiten Phänomen zuvorgekommen und haben unter sich vereinbart, dass in dem Moment, wo eine Frau etwas sagt, und man den Eindruck hat, dass es wieder übergangen wird, sich eine von ihnen sofort wieder meldet, um ganz explizit darauf hinzuweisen: "Was die Frau Sarah gesagt hat, trifft den Punkt ganz genau. Was halten sie davon?" Nur so wird es in den Köpfen - der Männer - auch verankert.

Frauen zwischen Beruf und Familie. Wie sehen Sie das?

Was für Frauen gut ist, ist für die ganze Gesellschaft gut. Auch für die Männer. Die gesamte Familie. Leicht vergessen wird auf das Dilemma vieler Alleinerzieherinnen, die ihren Kindern vieles nicht ermöglichen können, wenn die Ex-Partner nicht verlässlich ihren Beitrag leisten. Das ist ja wirklich weltweit präsent. Wenige Frauen haben die Möglichkeit, in jeglicher Hinsicht flexibel zu arbeiten.

Trifft das auf Sie zu?

Gottseidank ja. Meine Arbeit bei "GlobalNatives" kann ich zeitlich und individuell sehr gut einteilen. Fast zeitgleich habe ich wie Sabine Oberhauser meine Krebsdiagnose bekommen. Wir haben fast parallel Therapien, Operationen und die Chemotherapie durchlaufen. In diesen Phasen gibt es Momente, wo man nur liegen und niemanden sehen oder hören kann. Und drei Tage später fühlt man sich wieder in der Lage, etliche Stunden durchzuarbeiten. Ich weiß, dass ich hier nicht alleine bin. All jene, die von Krankheit, Todes- oder einem Pflegefall betroffen sind, befinden sich plötzlich in einer völlig anderen Lebenssituation. Das gilt auch für jene, die Kinder oder ältere Menschen betreuen müssen oder behinderte Kinder daheim haben. Deswegen sind unsere MitarbeiterInnen und ich geradezu privilegiert mit unseren Jobs. In welchem regulären Arbeitsverhältnis ist das schon möglich?

Was machen Sie konkret bei "GlobalNatives"?

Ich arbeite im Vorstand. Zu meinem Aufgabenbereich gehört es, Strategien zu entwickeln, an der Zukunftsplanung zu arbeiten und Potentiale zu suchen.

Wie hat alles angefangen?

Ich bin ein Gründungsmitglied des Vereins. Insgesamt waren wir zwölf aus allen Ländern der Welt: USA, Argentinien, Hong Kong, Neuseeland, Kanada, Australien, Schweden und Großbritannien. Fünf Frauen und sieben Männer. Und wir waren uns schon damals einig: Jeder Mensch ist anders und alle sind gleich viel wert. Das gilt für Gender, Rasse, Religion, politische Überzeugung und sexuelle Orientierung, Hochbegabte und Menschen mit Handicap. Wir stehen für Selbsthilfe und Individualität. Im Unterschied zu Agenturen und Institutionen kann sich über "GlobalNatives" jeder einen Partner aussuchen, der am besten zu ihm passt.