Der für 2019 zu erwartende Kollaps der Willkommenskultur wird aber auch einen anderen Hintergrund haben. In der Forschung wird immer klarer gesagt werden, dass die Migration in den vergangenen Dekaden nicht nur positive soziale Folgeprozesse bewirkt, sondern auch Widersprüche erzeugt hat, ähnlich wie andere Prozesse der Globalisierung von Warenproduktion, Kapital und Dienstleistungen solche Widersprüche und Verwerfungen produzieren. Wenn die Sozialdemokratie und auch die Grünen in den meisten Staaten Europas diese Erkenntnis der politischen Ökonomie, die ja auf Karl Marx zurückgeht, vergessen oder verdrängen, werden sie 2019 ein Problem an den Wahlurnen haben, weil das Wahlvolk diese Widersprüche hautnah am eigenen Leib erfährt. Und weil die Linke diese Probleme nicht mehr anspricht.

Die Folgen der Migration

Der Überblick über die Faktenlage zu den globalen Effekten der Migration wurde mit Daten aus bis zu 175 Staaten erzielt, und zwar mit einem systematischen Vergleich der Triebkräfte des Aufstiegs und Niedergangs von Nationen durch die in den Sozialwissenschaften heute messbaren Leistungen bei Wachstum, Demokratie, Umwelt, Gleichstellung der Geschlechter, menschliche Entwicklung, Forschung und Entwicklung, sozialem Zusammenhalt sowie globaler Toleranz unter Konstanthaltung der wichtigsten immer wieder in der einschlägigen Literatur genannten Einflussfaktoren.

Wir können zunächst, basierend auf den Daten über die Rücküberweisungen von Gastarbeitern, davon ausgehen, dass der Import von Arbeitskräften in der Weltwirtschaft langfristig nachteilige Auswirkungen auf die Lebensqualität ("Happy Planet Index", Lebenserwartung, Lebenszufriedenheit, "Happy Life Years") und Genderbeziehungen (Schließung der politischen Kluft zwischen den Geschlechtern und der Kluft insgesamt) in den Zielstaaten der Migration hat. In den Migrationsempfängerstaaten gehört insbesondere die Gendergerechtigkeit zu den absoluten Verlierern des globalen Migrationsprozesses; kein Wunder, wenn immer mehr Repräsentantinnen des klassischen Feminismus sich mit der Migration - insbesondere auch aus der Welt des Islam - sehr schwertun. Radikaler Feminismus und Rechtspopulismus wird die "Sensationsehe" der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts sein, und schon 2019 wird uns wahrscheinlich hierzu einige wichtige Ereignisse in Europa und in Österreich bescheren.

Der Anteil der Bevölkerung mit dem, was man heute gerne einen "Migrationshintergrund" nennt, hat ebenso einen unleugbaren und langfristigen negativen Effekt auf einige wichtige Indikatoren für die Umwelt und die Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern. Einwanderung und damit enormer Verkehr zwischen den Staaten erhöhen ohne Frage auch den CO2-Ausstoß. Die Forderung nach "smart growth" ist in der Welt der Migration leider noch nicht Teil der Logik des Systems.

Auf einem Auge blind

Die eigentliche Achillesferse der real existierenden muslimischen Entsendergesellschaften von Migration sind die schlechten, ceteris paribus geltenden Leistungen entlang der folgenden Indikatoren:

  • bürgerliche und politische Freiheiten;
  • Überwindung der wirtschaftlichen, der politischen und der allgemeinen Kluft zwischen den Geschlechtern;
  • Entwicklung der Demokratie;
  • "Gender Empowerment Index";
  • globale Toleranz;
  • Senkung der Arbeitslosenquote.