Mit eines der eklatantesten Probleme des internationalen Migrationsgeschehens ist wohl die Tatsache, dass in vielen Herkunftsstaaten der Migration Blockaden gegen Denkmuster der religiösen Toleranz herrschen, die in den Umfragen des "World Values Survey" genau aufgelistet werden. Die österreichische Debatte ignoriert - bis auf wenige löbliche Ausnahmen - den "World Values Survey" allzu gerne. Jene, die Türkis-Blau so bereitwillig "widerwärtig" nennen, sind auf diesem Auge blind.

Rezente Migranten aus vielen Staaten des Südens erleben in einer religiös pluralistischen Gesellschaft wie den USA, Großbritannien, Frankreich oder Österreich einen echten Kulturschock. Doch sie müssen akzeptieren, dass sie sich heute auf einem freien Weltmarkt der Lebensprojekte, Konfessionen und Glaubensinhalte bewegen. 2019 wird sicherlich Polarisierungen entlang dieser Konfliktachse bringen.

Deprimierende Daten

Globale und verlässliche Meinungsumfragen in der muslimischen Welt - wie jene des Washingtoner PEW-Instituts - haben hierzu deprimierende Daten gezeitigt. In der muslimischen Welt mit ihren 1,6 Milliarden Bewohnern werden folgende Meinungen vertreten:

86,14 Prozent sagen, die Frau müsse dem Ehemann gehorchen.

Für 85,58 Prozent führt der Islam allein in den Himmel.

Für 85,56 Prozent wäre es nicht akzeptabel, wenn ein Sohn eine Christin heiratete.

70,08 Prozent wünschen sich die Scharia als geltendes Recht - 31,48 Prozent wären auch dafür, dass sie für alle Bürger gelten sollte, nicht nur für Muslime.

65,45 Prozent sorgen sich nicht um muslimische Extremisten.

Andere zu bekehren ist für 60,32 Prozent religiöse Pflicht.

45,37 Prozent sehen Steinigung als angemessene Strafe für Ehebruch an.

45,15 Prozent halten Ehrenmorde für zulässig, wenn eine Frau den Ehrenkodex verletzt.

Für 34,82 ist die Todesstrafe bei einer Abkehr vom Islam gerechtfertigt.

Polygamie finden 31,86 Prozent moralisch akzeptabel.

Immerhin 15,25 halten Selbstmordattentate für gerechtfertigt.

Will man die Grundwerte der offenen und demokratischen Gesellschaft vertreten, kann man bei solchen Entwicklungen nicht einfach wegschauen. Die sich immunisierende Willkommensideologie tut gerade das. Weder von Frau Jelinek noch von Herrn Peymann sind Erklärungen zu den oben genannten Phänomenen oder zum Terror von IS, Hamas und Hisbollah oder zu den islamistischen Judenmorden in Toulouse (2012), Brüssel (2014) oder Paris (2015, 2017, 2018) bekannt. All dies "widerwärtig" zu nennen, scheut sich die Willkommensideologie. Mordet ein islamistischer Gewalttäter auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt und schreit dabei "Allahu Akhbar!", tituliert eine österreichische linksliberale Tageszeitung sogar noch: "Frankreich rätselt nach Anschlag in Straßburg über Motiv."

Künftige Einwanderungspolitik wird vor allem eines tun müssen: die unteilbaren Werte der Demokratie, der religiösen und sonstigen Toleranz und der Aufklärung zur Geltung bringen.