Der 11. Februar 1979 markiert den Beginn eines radikal-islamistischen Gottesstaates im Iran. Nachdem im Jänner 1979 die westlichen Entscheidungsträger Giscard d’Estaing (Frankreich), Jimmy Carter (USA), James Callaghan (Großbritannien) und Helmut Schmidt (BRD) auf Guadeloupe beschlossen hatten, den Schah nicht mehr zu unterstützen und das Gespräch mit Revolutionsführer Ruhollah Chomeini (1902 bis 1989) zu suchen, nahmen die Dinge im Iran ihren verhängnisvollen, die Realitäten bis heute prägenden Lauf.

Am 11. Februar 1979 wurden alle Kommandozentren der Macht von den Revolutionsgarden eingenommen, die Islamische Republik Iran war geboren. Mit der aktuellen geostrategischen Expansion des Iran und seiner Verbündeten im Irak, in Syrien und im Jemen sowie im Libanon hat der Iran nun eine Zangenbewegung gegen die mit dem Westen verbündeten arabischen Staaten und vor allem gegen Israel initiiert und ist der bisherige große Gewinner des Bürgerkriegs in Syrien an der Seite von Machthaber Bashar al-Assad.

"Vom Standpunkt des Glaubens und der Moral vollkommen"

Auf den ersten Blick meinen vielleicht viele Menschen im Westen, dass es aus dem schiitischen Iran wenigstens keine Bilder geköpfter Christen - wie beim IS - gibt. Schrieb doch unlängst Staatspräsident Hassan Rouhani auf Twitter zu Weihnachten sogar: "Möge Jesus Christus, der Prophet der Liebe (. . .) uns alle an diesem Tag segnen."

Aber erstmals in der neuen Geschichte der muslimischen Welt gibt es ein Staatsgebilde, das unter der Leitung eines Velayat-e-faqih, eines islamischen Rechtsgelehrten, steht. In seiner programmatischen Schrift "Der Islamische Staat" (1971) verwies Revolutionsführer Chomeini darauf, dass diese Befehlsgewalt zunächst die zwölf Stellvertreter des Propheten Mohammed (Imame) innegehabt hätten. Der letzte, bis heute, also 1387 Jahre nach dem Tod des Propheten Mohammed angeblich noch immer verborgene und angeblich weiterhin lebende Imam soll nach dem Tod der anderen Imame vor mehr als 1300 Jahren nun die Befehlsgewalt auf Erden innehaben. Bis zu seiner Wiederkehr als Mahdi kommt dessen Vertretung einem Stellvertreter, dem Velayat-e-faqih, zu - eine Rolle, die Revolutionsführer Chomeini in seinem Buch 1971 gleich für sich selbst reklamierte. Der Velayat-e-faqih muss gelehrt und vom Standpunkt des Glaubens und der Moral vollkommen sein und darf nicht sündigen; Chomeini selbst sei dafür der Kandidat.